Geht auch ohne viel Stress: Mit der Katze zum Tierarzt6. August 2024 Pfötchenkontrolle Foto: © BfT/Klostermann Regelmäßige Tierarztbesuche mit der Katze sind wichtig, sind aber oftmals mit Stress für Tier und Halter verbunden. Nicht selten unterbleiben aus diesem Grund Impfungen und wichtige Vorsorgeuntersuchungen. Doch Katzen lassen sich besser als allgemein angenommen auf diese Situation vorbereiten. Ein entsprechendes Katzentraining hilft zudem, die Verbindung zwischen Tierhalter und Stubentiger zu intensivieren, wie in einer Mitteilung des Bundesverbandes für Tiergesundheit berichtet wird. Es gibt fast 16 Millionen Katzen in deutschen Haushalten. Die Samtpfoten haben damit den Hunden (rund 10,5 Millionen) im Laufe der Jahre deutlich den Rang abgelaufen. Warum ist das so? Unter anderem deshalb, weil Katzen oft besondere Persönlichkeiten und sehr selbstständig sind. Genau diese Eigenschaften können aber den Umgang mit dem Stubentiger in bestimmten Situationen zur besonderen Herausforderung machen. Ein Tierarztbesuch gehört dazu. Katzen früh an den Tierarztbesuch gewöhnen Der Tierarztbesuch mit einer Katze bedeutet Stress für den Katzenhalter und in erster Linie für das Tier selbst. Stress entsteht bei Kontrollverlust, weil der Katze die gewohnte Umgebung fehlt. Die natürliche Antwort darauf lautet „Flucht“ oder „Verstecken“. Das muss nicht sein. Auch Katzen lassen sich nämlich schrittweise an solche Situationen gewöhnen. Experten gehen längst davon aus, dass auch Katzen erziehbar sind. Sie lernen gut und gerne. Da Katzen sich sehr schnell entwickeln, sollte man möglichst früh mit der Erziehung beginnen. Einfache Übungen sind zu Hause möglich, z.B. die Untersuchung von Augen, Ohren, Maul, Pfoten und Bauch. Insbesondere das Anfassen der Pfoten mögen die meisten Katzen nicht. Haben sie dies schon im häuslichen Umfeld kennengelernt, ist eine spätere Blutentnahme beim Tierarzt gleich viel entspannter. Auch After und Genitalbereich sollten regelmäßig kurz angeschaut werden, damit sich die Katze daran gewöhnt. Mit positiven Signalen Stress abbauen Noch weit darüber hinaus geht das Medical Training, das auf bestimmten Signalen und positiver Verstärkung aufbaut. So lässt sich zum Beispiel üben, dass nach dem Signal „Zähne“ ins Maul geschaut wird. Stillhalten wird unmittelbar belohnt. Das funktioniert genauso für Pfoten untersuchen, Herz abhören oder Augentropfen geben. Auch Tricks wie das Auf‑die‑Seite‑legen, Pfötchen geben oder das Maul auf Kommando öffnen, erleichtern später den Tierarztbesuch, aber auch die tägliche Pflege daheim. Der Verhaltensmechanismus dahinter: Man gibt der Katze die Kontrolle über ungewohnte Situationen zurück. Was Katzenhalter in jedem Fall tun sollten Katzen sollten sich in einer Transportbox sicher fühlen, das lässt sich zu Hause spielerisch und mit Leckerlis trainieren. In der „sicheren“ Box fällt dann auch das Autofahren leichter. Nach der Ankunft beim Tierarzt hilft es, einen geeigneten Platz für die Box oder den Korb zu wählen. Katzen gibt es Sicherheit, wenn sie aus einem geschützten Bereich heraus ihre Umgebung beobachten können. Viele Praxen stellen dafür erhöhte Stellflächen bereit oder bieten sogar räumlich getrennte Wartebereiche für Hund und Katze an. Auch mit Pheromonen behandelte Decken können der Katze Sicherheit geben. Im Behandlungszimmer selbst ist ein ruhiger und entspannter Umgang wichtig. Immer mehr Praxen sind auf die Behandlung von Katzen spezialisiert und entsprechend ausgestattet und ausgebildet. Außerdem zahlt es sich aus, wenn bestimmte Handgriffe für die Katze mit positiven Empfindungen durch das häusliche Training verknüpft sind. Wenn Katze und Katzenbesitzer gut vorbereitet sind, verliert der Tierarztbesuch seinen Schrecken. Am Ende kommt das der Gesundheit der Katze zugute.
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