Gemeinsam gegen die Diabetes-Epidemie1. Juni 2018 Foto: © psdesign1, Fotolia.com Präsentation aktueller Forschungs-Highlights, Austausch deutsch-französischer Forschungsergebnisse, Anregungen für neue gemeinsame Projekte, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs – das und noch viel mehr bot die zweite Deutsch-Französische Konferenz zur Diabetesforschung (19.-20. April). Mehr als 160 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nahmen an dem Symposium vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) sowie des französischen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung INSERM/AVIESAN in der französischen Botschaft in Berlin teil. Dieses Treffen führte die erfolgreiche Deutsch-Französische Diabetes-Akademie fort, die vom DZD und INSERM/AVIESAN ins Leben gerufen wurde. Das Symposium brachte deutsche und französische Wissenschaftler zusammen, um die binationale Kooperation in der akademischen Diabetesforschung zu intensivieren und neue Wege zur Vorbeugung und Behandlung von Diabetes zu eröffnen. „Um die Volkskrankheit Diabetes eindämmen zu können, ist es wichtig, exzellente Wissenschaftler zusammenzuführen, um gemeinsam neue Ansätze für die Prävention und Therapie zu finden“, sagte Professor Martin Hrabě de Angelis, Vorstand des DZD, bei der Eröffnung der Konferenz. Eine solche übergreifende binationale, aber auch internationale Herangehensweise werde auch dringend benötigt, hob der französische Botschaftsrat für Wissenschaft Jean-Jacques Pierrat hervor, denn mittlerweile leiden weltweit etwa 450 Millionen Menschen an der Volkskrankheit Diabetes. Die Bekämpfung von Volkskrankheiten sei ein zentrales Anliegen in der Strategie der Bundesregierung für eine erfolgreiche Gesundheitsforschung und als Herausforderung nur durch eine enge internationale Zusammenarbeit zu lösen, betonte der Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Alexander Meincke. Dazu tragen die Deutschen Zentren für Gesundheitsforschungen (DZG) wie das DZD bei. Aufgabe der DZG sei es, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in eine Anwendung zu überführen, erläuterte Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Das DZD habe in der translationalen Forschung schon erste Erfolge erzielt, wie zum Beispiel mit der Entwicklung eines Multi-Hormons gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes, das sich derzeit in klinischen Tests befindet. Professor Christian Boitard vom INSERM/AVIESAN wies darauf hin, dass die vor 3,5 Jahren gestartete deutsch-französische Diabetes-Akademie bereits zu einer furchtbaren Zusammenarbeit geführt habe. Nun gelte es, diese gemeinsame Arbeit weiter auszubauen. Um die binationale Kooperation künftig noch weiter zu intensivieren, schlug Professor Yves Lévy, Präsident von INSERM/AVIESAN, in einer Videobotschaft vor, gemeinsame deutsch-französische Plattformen zu initiieren. Diabetes ist eine hochkomplexe Erkrankung, an der viele Organe beteiligt sind, und deren Ursachen sowohl in den Genen, als auch im Lebensstil liegen. Deshalb gilt es, ein systemisches Verständnis der Diabetes und seiner in Vorstufen verlaufenden Prozesse zu entwickeln. Hier setzte die Konferenz an. In vier Sessions beleuchteten europäische Spitzenforscher, welche Rolle Leber, Betazellen, Gene und Umwelt sowie Gehirn und Stoffwechsel bei der Diabetesentstehung spielen. Den ersten Konferenztag rundete Professor Henning Beck-Nielsen von der Universität Odense in Dänemark und ehemaliger Vorstand der Dänischen Diabetes Akademie mit einem Überblicksvortrag über neue pathophysiologische Erkenntnisse bei Typ-2-Diabetes ab. Er machte sich dafür stark, die Behandlung der Stoffwechselerkrankung vom individuellen Phänotyp abzuleiten. Der von der WHO definierte Typ-2-Diabetes sollte in weitere Subtypen unterteilt werden, basierend auf der Betazellfunktion und der Insulinresistenz. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Forscher am Beginn ihrer Karriere hatten die Möglichkeit, ihre Ergebnisse in Postersessions zu präsentieren. Neben der Präsentation aktueller Forschungs-Highlights stand der Austausch der Forschenden aus beiden Ländern im Mittelpunkt der Konferenz. Die Wissenschaftler nutzten die Pausen und das gemeinsame Abendessen, um sich intensiv über ihre Forschungsarbeiten auszutauschen und Möglichkeiten für die Initiierung neuer gemeinsamer Projekte auszuloten.
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