Genetische Erkrankungen verstehen – Neu an der UDE: Frank Kaiser2. Dezember 2019 Prof. Dr. Frank Kaiser © UDE/Frank Preuß Symptome von Erbkrankheiten lassen sich medikamentös behandeln, die genetischen Ursprünge aber nicht beheben. Prof. Dr. Frank Kaiser erforscht am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) u.a. seltene Erkrankungen und krankheitsrelevante genetische Varianten. Er hat die Professur für Humangenetik an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) angenommen. „Wichtiger Schwerpunkt meiner Forschung sind derzeit die genetischen Ursachen des Cornelia-de-Lange-Syndroms (CdLS) und klinisch überlappender Syndrome“, sagt Professor Kaiser. CdLS ist eine seltene Erkrankung und bezeichnet mehrfach angeborene Fehlbildungen. Sichtbar werden sie u.a. durch verformte Extremitäten, geringe Kopf- und Körpergröße, starke Körperbehaarung oder Entzündungen der Speiseröhre, Herzfehler und eine Intelligenzminderung. Betroffen ist etwa eine von 10.000 Personen. Ursächlich für die Gruppe dieser seltenen Erkrankungen sind Mutationen in Genen, welche für Proteine kodieren, die wichtige Aufgaben bei der Reparatur von DNA-Schäden, der Organisation und Faltung der DNA übernehmen. Ein weiterer Themenschwerpunkt des UDE-Professors ist die Erforschung von Bereichen des Genoms, die nicht fürs Kodieren von Proteinen zuständig sind. Bei Mensch, Tier und Pflanze überwiegt dieser Protein-Anteil in der DNA. Kaiser und sein Team möchten mit Computeranalysen mehr über die genetischen Varianten und ihre Funktionen innerhalb dieses nicht kodierenden Anteils herausfinden. Frank Kaiser studierte Biologie an der Universität Bochum (1993-98). Danach wechselte er ans UK Essen, wo er 2003 mit Auszeichnung in Humangenetik promoviert wurde und bis 2006 Wissenschaftlicher Mitarbeiter war. Anschließend ging er ans Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und leitete u.a. bis 2013 das Forschungslabor am Humangenetik-Institut der Universität Lübeck. Nach seiner Habilitation (2013) übernahm er dort die gleichnamige Professur und 2017 die für Funktionelle Genetik. Seine Forschung wurde mehrfach ausgezeichnet.
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