Genomanalyse: Was Nervenzellen unverwechselbar macht6. September 2019 Proteinvariationen bestimmten die Vernetzung unterschiedlicher Nervenzellen im Gehirn. (© Biozentrum, Universität Basel) Die Proteinvariationen, die durch den Vorgang des alternativen Spleißens entstehen, steuern die Identität und Funktion der Nervenzellen im Gehirn. Dies erlaubt es Organismen, mit einer limitierten Anzahl von Genen ein hochkomplexes neuronales Netzwerk aufzubauen, wie Forscher des Biozentrum der Universität Basel herausgefunden haben. Das menschliche Gehirn besteht aus hunderten, wenn nicht sogar tausenden verschiedenen Arten von Nervenzellen, die durch ihre individuellen Eigenschaften unsere Hirnfunktionen steuern. Aber wie schaffen es die verschiedenen Typen von Zellen, ihre vielfältigen Eigenschaften auszubilden? Die Forschungsgruppe von Prof. Peter Scheiffele am Biozentrum der Universität Basel konnte nun in einer genomweiten Analyse nachweisen, dass das sogenannte alternative Spleißen zu einer Bandbreite von verschiedenen Varianten einzelner Proteine führt, mit der sich schließlich auch die Nervenzellen voneinander unterscheiden lassen. Alternatives Spleißen definiert Zelltypen Das alternative Spleißen ermöglicht es, dass von einem einzelnen Gen eine Vielzahl von unterschiedlichen Proteinvarianten gebildet werden können. Im Mausmodell hat das Team von Scheiffele nun solche sogenannten Spleißvarianten im Detail untersucht. “Wir konnten hunderte von Varianten identifizieren, die es möglich machen, die verschiedenen Zelltypen voneinander zu unterscheiden”, sagte Scheiffele. “Der dabei entstandene umfangreiche Datensatz bildet das breite Repertoire von Spleißvarianten in einzelnen Nervenzelltypen ab.” Dieses Repertoire an Spleißvarianten in einer Nervenzelle bestimmt dabei maßgeblich ihre Identität und Funktion. “Obwohl alle neuronalen Zelltypen dieselben Gene enthalten, produzieren selbst nah verwandte Zelltypen unterschiedlichste Spleißvarianten”, erklärte Scheiffele. Besonders variantenreich sind dabei die Proteine an den Synapsen. Damit steuert der Spleiß-Prozess auch die Funktion des gesamten neuronalen Netzwerks im Gehirn. Datenplattform für Forschende Die Erhebung und Auswertung der umfangreichen Datensätze ist Teil des EU-geförderten Projektes SPLICECODE. In Zusammenarbeit mit dem universitären “Center for Scientific Computing”, kurz sciCORE, wurde eine Webseite erstellt, die es Forschenden weltweit erlaubt, die Rolle einzelner Spleissvarianten für Hirnfunktionen in weiterführenden Studien zu untersuchen. Originalpublikation: Furlanis E et al.: Landscape of ribosome-engaged transcript isoforms reveals extensive neuronal cell class-specific alternative splicing programs. Nature Neuroscience 26. August 2019 Quelle: Universität Basel
Mehr erfahren zu: "ALM und DGKL kritisieren aktuellen Entwurf zum ApoVWG" ALM und DGKL kritisieren aktuellen Entwurf zum ApoVWG Der Gesetzentwurf zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sorgt weiterhin für Kritik. Der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) und die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) sehen vor […]
Mehr erfahren zu: "Glyphosat-Streit drückt Bayer noch tiefer in die Verlustzone" Glyphosat-Streit drückt Bayer noch tiefer in die Verlustzone Acht Jahre ist es her, da schluckte Bayer den langjährigen US-Konkurrenten Monsanto. Finanziell war das eine bittere Pille: Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat lasten noch immer schwer auf dem Konzern.
Mehr erfahren zu: "Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden" Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden Fraktionen und Regierung stehen in Schleswig-Holstein geschlossen hinter dem Universitätsklinikum: Viel Geld fließt in Forschung, Versorgung und Modernisierung. Doch die Entscheidung bringt auch neue Schulden für das Land.