Genomisches Profil als möglicher diagnostischer und prognostischer Marker bei Urothelkarzinom der oberen Harnwege

Die DNA-Sequenzierung liefert Biomarker für immer mehr Tumorentitäten. Grafik: immimagery – stock.adobe.com

Ein genomisches Profil könnte einen möglichen diagnostischen und prognostischen Marker beim Urothelkarzinom der oberen Harnwege (UTUC) darstellen. Das ergibt eine aktuelle Forschungsarbeit aus Schweden.

Die Arbeitsgruppe um Marianne Brehmer vom Karolinska Institut in Stockholm analysierte die Tumor-DNA von Patienten mit UTUC, die sich zwischen 2005 und 2012 einer Nephroureterektomie unterzogen hatten und bis November 2020 nachbeobachtet wurden. Die DNA wurde einer Next-Generation-Sequenzierung unter Verwendung eines 388-Gen-Panels unterzogen. Zuerst führten die Forscher eine verblindete Analyse unter Verwendung von Hauptkomponentenanalyse und hierarchischem Clustering durch, um nach Mustern von Mutationen zu suchen. Daran schlossen sie eine vergleichende Analyse unter Verwendung einer Varianzanalyse (ANOVA) an, um nach Mutationen zu suchen, die in Gruppen mit verschiedenen Graden, Stadien und Überlebensraten angereichert waren. Darüber hinaus legten sie Wert auf eine sorgfältige manuelle Annotation, um pathogene Mutationen zu identifizieren, die in Tumoren mit hohem Grad/Stadium und/oder schlechtem Überleben überrepräsentiert sind.

Insgesamt wurden 39 Patienten in die Studie eingeschlossen. Alle Tumorstadien und -grade waren in der Kohorte vertreten. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 10,6 Jahre. Insgesamt starben 11 Patienten während der Nachbeobachtung an UTUC. Die Tumormutationslast zeigte eine statistisch signifikante Korrelation mit Stadium, Grad sowie der Kombination aus Stadium und Grad. Grad-1-, Grad-2- und Grad-3-Tumoren wiesen unterschiedliche Mutationsmuster auf. Patienten, die an UTUC starben, hatten pathogene Mutationen in bestimmten Genen, z. B. dem Gen für das Tumorprotein p53 (TP53) und dem HRas-Protoonkogen (GTPase, HRAS). Patienten mit Ta-Grad-1-Tumoren mit einer bekannten Mutation des pathogenen Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptors 3 (FGFR3) starben nicht an UTUC.

„Die genetische Analyse stimmte in hohem Maße mit den histopathologischen Merkmalen überein und fügte in einigen Fällen prognostische Informationen hinzu“, resümieren die Wissenschaftler. Daher könnten die Ergebnisse des Genomprofilings in Zukunft zur Wahl der Behandlungs- und Nachsorgeschemata beitragen.

(ms)