Genomweite Assoziationsstudien enthüllen Genetik von Blutfetten28. Mai 2026 Lipide zirkulieren nicht nur im Blut, sondern sind auch wichtige Bestandteile unseres Körpers. Ihre genetische Grundlage ist jedoch bislang weitgehend unerforscht. Symbolbild: lianlian liang/stock.adobe.com Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) haben neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie das menschliche Erbgut die chemische Struktur und Konzentration von Blutfetten beeinflusst. Im Genom identifizierten sie mehr als 50 Regionen, deren Bedeutung für den Fettstoffwechsel bislang unbekannt war. Die Befunde beruhen auf Blutproben von mehr als 8.000 Menschen und könnten neue Einblicke in Alterungsprozesse sowie in Erkrankungen wie Alzheimer, Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden ermöglichen. Veröffentlicht sind die Forschungsergebnisse im Fachjournal „Nature Communications“. Genetik von Lipiden größtenteils unerforscht Lipide gibt es im menschlichen Organismus in zahllosen Varianten. „Sie sind weit mehr als nur das ‚gute‘ und ‚schlechte‘ Cholesterin, von denen oft zu hören ist: Tatsächlich zirkulieren Tausende unterschiedliche Lipide in unserem Körper“, erläutert DZNE-Wissenschaftler Dr. Mohammed Aslam Imtiaz, der den Einfluss genetischer Faktoren auf die Gesundheit des Menschen untersucht. Manche Lipide spielen mutmaßlich eine wichtige Rolle bei Alterungsprozessen und der Entstehung von Krankheiten – dennoch sei die genetische Grundlage vieler Lipide noch wenig erforscht. „Uns ist es nun gelungen, diese komplexe Gemengelage ein Stück weit zu entschlüsseln. Nach unserem Wissen handelt es sich um die bislang detaillierteste Studie über die Genetik von Lipiden“, so Imtiaz, der Co-Erstautor der aktuellen Studie ist. Seine Co-Erstautorin Dr. Elvire Landstra ergänzt: „Die Baupläne von Lipiden sind zwar nicht im Erbgut hinterlegt. Das gilt gleichwohl für die Baupläne von Proteinen und regulatorischen Molekülen, aus denen die Vielfalt der Lipidwelt hervorgeht. Das betrifft insbesondere Enzyme, sogenannte Lipidtransferproteine und RNAs, die die Genexpression steuern. Deren genetischen Hintergrund haben wir mit modernsten wissenschaftlichen Methoden erfasst.“ Bedeutsam für Altern und Gesundheit Die Ergebnisse beruhen auf der Analyse von Blutproben von mehr als 6.000 Erwachsenen aus Bonn, die an der Rheinland Studie teilnehmen. Diese auf Jahrzehnte angelegte Bevölkerungsstudie des DZNE untersucht, wie Menschen gesund altern. Die Resultate wurden anhand von Daten zweier weiterer Studien aus Brandenburg und Finnland überprüft. Der Datenbestand umfasste daher insgesamt mehr als 8.000 Personen. Eine zentrale Rolle bei der Untersuchung spielte der Ansatz der genomweiten Assoziationsstudie (GWAS). Mittels dieser computergestützten Methodik konnten die Forschenden Zusammenhänge zwischen Merkmalen des Erbguts und weit über 900 verschiedenen Lipiden herstellen. „Wir haben zahlreiche bisher unbekannte Gene gefunden, die sich auf Lipide im Körper auswirken. Das ist relevant, weil manche Fettmoleküle mit Alterungsprozessen zusammenhängen oder auch mit schweren Krankheiten, beispielsweise mit Herz-Kreislauf-Störungen, Typ-2-Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer“, sagt Prof. Monique Breteler, Leiterin der Rheinland Studie und Direktorin für Populationsbezogene Gesundheitsforschung am DZNE. „Wenn wir die Zusammenhänge zwischen Genetik und Lipiden präzise erfassen, können wir auch besser verstehen, wie Krankheiten entstehen. Derlei Erkenntnisse könnten dazu beitragen, Krankheitsrisiken besser einzuschätzen, neue Diagnoseverfahren und wirksamere Therapien zu entwickeln.“ Das könnte Sie außerdem interessieren: Blick ins Metabolom soll Alterungsprozesse aufdecken Neue Mikroskopietechnik ermöglicht Bestimmung von Lipiden ohne zusätzliche Marker
Mehr erfahren zu: "Leitlinie bringt Klarheit bei Osteoporose-Frakturen " Leitlinie bringt Klarheit bei Osteoporose-Frakturen Anlässlich des Weltosteoporosetages (20. Oktober) verweist die DGOU auf die neue Leitlinie zu osteoporotischen Wirbelfrakturen1. Sie enthält klare Empfehlungen, wie diese häufig übersehenen Verletzungen besser diagnostiziert und behandelt werden können.
Mehr erfahren zu: "Schwangerschaftskomplikationen mit deutlich höherem kardiometabolisch-renalen Risiko verbunden" Schwangerschaftskomplikationen mit deutlich höherem kardiometabolisch-renalen Risiko verbunden Frauen, bei denen es während der einer Schwangerschaft zu Komplikationen gekommen ist, haben in den Folgejahren ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiometabolisch-renale (CKM) Erkrankungen. Darauf deutet eine Beobachtungsstudie an rund […]
Mehr erfahren zu: "Wechseljahre: Warum das Diabetesrisiko steigt und was Frauen tun können" Wechseljahre: Warum das Diabetesrisiko steigt und was Frauen tun können Die Wechseljahre verändern auch den Stoffwechsel: Sinkende Östrogenspiegel können unter anderem Bauchfett, Insulinresistenz und Blutfettwerte beeinflussen. Zum Weltmenopausentag am 18. Oktober macht die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) auf die Stoffwechselgesundheit […]