Gentamicin bei Morbus Menière: Veränderungen beim Kopf-Impuls-Test9. November 2018 Foto: © pathdoc – Fotolia.com Laut einer aktuellen Studie ist der Kopf-Impuls-Test ist ein effektives Werkzeug zur Evaluierung der Bogengangfunktion nach Injektion von intratympanischem Gentamicin bei therapierefraktärem unilateralem Morbus Menière. Um die Beeinträchtigung der Parameter des vestibulookulären Reflexes (VOR) beim Kopf-Impuls-Test (HIT) bei Vorliegen einer unilateralen, therapierefraktären Morbus Menière durch intratympanisches Gentamicin (ITG) einzuschätzen und um die Kontrolle von Schwindelanfällen besser prognostizieren zu können, haben portugiesische HNO-Ärzte eine diesbezügliche Literatursuche in PubMed, Scopus, Web of Science sowie dem Cochrane-Register vorgenommen. Als Suchbegriffe wurden „vestibular ocular reflex“, „head impulse test“, „gentamicin“ und „Meniere‘s disease“ eingegeben. Nach Sichtung von 89 gefundenen Artikeln verblieben 4 geeignete Arbeiten. Die Meta-Analyse der Atudien geschah unter Anwendung der Leitlinien gemäß Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses (PRISMA). Der HIT zeigte im behandelten Ohr eine reduzierte Verstärkung des horizontalen, hinteren und oberen Bogengangs von jeweils 0,36 (95 %-Konfidenzinterval 0,26–0,47), 0,35 (95 %-Konfidenzintervall 0,22–0,48) und 0,28 (95 %-Konfidenzintervall 0,21-0,35). Die jeweiligen Asymmetrien der Verstärkung zwischen behandeltem und nicht behandeltem Ohr von 23,78 (95 %-Konfidenzintervall 7,22–40,35), 30,21 (95 %-Konfidenzintervall 12,27–51,76) und 17,49 (95 %-Konfidenzintervall 9,99–24,99) wurden gleichermaßen im horizontalen, hinteren und oberen Bogengang festgestellt. Signifikant geringere Zugewinne nach der ersten Behandlung wurden bei einmaliger gegenüber mehrmaliger Injektion von ITG im horizontalen und oberen Bogengang verzeichnet. Der HIT ist ein effektives Werkzeug zur Evaluierung der Bogengangfunktion nach Injektion von ITG bei therapierefraktärem unilateralem Morbus Menière. Die Veränderung im Zugewinn beim vestibulookulären Reflex des behandelten Ohrs in allen 3 Bogengängen konnte klar nachgewiesen werden. Die Autoren schränken die Aussagekraft ihrer Untersuchung aufgrund der niedrigen Fallzahlen in den Studien ein, weshalb kein Endwert definiert werden konnte.
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