Gerontologie: Neues ausprobieren, international vergleichen

Am 31. Januar startete die Anmeldephase des größten Kongresses für Geriater und Gerontologen im deutschsprachigen Raum. Vom 6. bis 8. September 2018 werden am Veranstaltungsort Köln mehr als 1.000 Teilnehmer erwartet, darunter hochkarätige Mediziner aus der ganzen Welt. 

Veranstaltet wird die Jahrestagung gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG). Das zentrale Kongressthema lautet “Vielfalt des Alterns – biomedizinische und psychosoziale Herausforderungen”.
DGG-President-elect Professor Hans Jürgen Heppner ist neben Professorin Ursula Müller-Werdan (DGGG) Tagungspräsident. Im Interview mit der geriatrischen Fachgesellschaft sprach Heppner über den aktuellen Stand der Planungen, erste Kongressthemen und Programmpunkte, den  Austragungsort Köln und seine Wünsche an alle DGG- und DGGG-Aktiven, die zum Gelingen des Gemeinschaftskongresses beitragen können.

Herr Professor Heppner, was nehmen Sie sich als Kongresspräsident für 2018 vor?

Bei unserem gemeinsamen Jahreskongress soll vor allem inhaltlich ganz klar deutlich werden, dass die beiden Fachgesellschaften DGG und DGGG Themenfelder gemeinsam bearbeiten. Wir wollen medizinische Symposien und Themen aufstellen, genauso wie soziologische und gerontologische, diese aber grundsätzlich gemischt besetzen. Es ist zu den Hauptfragen überhaupt nicht sinnvoll, wenn die Medizin entsprechende Krankheitsbilder beleuchtet, aber das psychosoziale Umfeld und die Anschlussstrukturen vernachlässigt werden.

Welche Themenbereiche sollen genau besetzt werden?

Darüber diskutieren wir gerade intensiv. Inspiration haben wir uns natürlich auch beim DGG-Kongress in Frankfurt geholt. Unser Ziel ist, die Versorgungsstrukturen von verschiedenen europäischen Ländern zu vergleichen, die Vielfalt ist groß. Was machen zum Beispiel die Skandinavier besser, warum verlassen etwa die Spanier schneller das Krankenhaus? Welche Grundstrukturen gibt es dort? Da bietet sich die länderübergreifende Kooperation mit Gerontologen und Sozialwissenschaftlern an. Nur wenn wir gemeinsam an vielfältigen Versorgungsstrukturen arbeiten, können wir auch in der medizinischen Versorgung besser werden.

Wie soll sich Ihr medizinischer Schwerpunkt im Kongress wiederfinden?

Mein Schwerpunkt heißt Risiko-Stratifizierung von akut erkrankten geriatrischen Patienten. Es stellt sich die Frage: Wer bedarf wann und welcher intensiveren geriatrischen oder nicht-geriatrischen Behandlung? Die Antwort darauf sollten wir mit kompetenten Vertretern der anderen Fachdisziplinen finden, zum Beispiel aus der Intensivmedizin. Das ist eine Idee, die ich auch auf anstehenden Kongressen umsetzen will. Denn: Der Geriater ist ein Netzwerk-Arzt und sollte diese Funktion auch nutzen.

Apropos Nutzen: Welche Unterstützung erhoffen Sie sich von den ehrenamtlich Aktiven der DGG?

Ich erhoffe mir, dass sich die Arbeitsgruppen frühzeitig zusammensetzen und Inhalte entwickeln, die auf die genannte Vernetzung eingehen. Eben mit dem Ziel: Wenn wir schon einen gemeinsamen Kongress haben, sollten wir den so gut wie möglich mischen. Ich glaube, das ist auch für die Diskussion insgesamt sehr gut.

Welche Erfahrungen nehmen Sie vom Frankfurter Kongress mit nach Köln?

Die Mischung aus offenen Podiumsdiskussionen und isoliert platzierten Keynote-Lectures fand ich sehr gut. So wurde zum einen den selbst gesetzten Schwerpunkten Raum gegeben, zum anderen kamen aber auch die Teilnehmer zu Wort. Beim anstehenden Gemeinschaftskongress werden wir auch noch etwas Neues ausprobieren. In der Mitte der Kongresslokalität wird es ein Zelt geben, in dem die Poster-Ausstellung und das Catering untergebracht sind. An einem Nachmittag werden die beiden Kongresspräsidenten dort ganz informell bei Kaffee und Kuchen für Fragen und Anregungen zur Verfügung stehen. Wir sind offen für neue Ideen und wollen auch Verbesserungsvorschläge hören.

Warum eignet sich Köln besonders gut als Veranstaltungsort?

Weil Köln wunderbar zu unserem Tagungsmotto “Vielfalt des Alterns” passt. Köln steht ebenso für Vielfalt. Die Stadt ist multikulti, das Stadtbild sehr vielfältig mit dem alten Dom und den modernen Stadtvierteln. Am Gesellschaftsabend planen wir, in die Skybar zu gehen und einen spektakulären Blick über Köln zu genießen. Natürlich ist das Programm noch flexibel und wir freuen uns über Vorschläge von Seiten beider Fachgesellschaften.

Weitere Informationen: http://www.gerontologie-geriatrie-kongress.org/

Quelle
Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
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