Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft mit weniger Säuglingskoliken und Ekzemen assoziiert15. Oktober 2026 Symbolbild © Teeradej/stock.adobe.com Eine gesunde, mediterran geprägte Ernährung während der Schwangerschaft ist mit einem geringeren Risiko für das gemeinsame Auftreten von Koliken und Ekzemen beim Säugling assoziiert. Das zeigt eine US-amerikanische Studie, die zudem einen Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten während der Schwangerschaft und einem geringeren Risiko für das gemeinsame Auftreten beider Erkrankungen fand. Die Ergebnisse der Forschenden der Harvard T.H. Chan School of Public Health, des Boston Children’s Hospital und des Harvard Pilgrim Health Care Institute wurden in „JAMA Network Open“ veröffentlicht. Ernährung anhand zweier Scores bewertet Für die Untersuchung wertete das Forschungsteam Daten von mehr als 1.300 Schwangeren aus der US-amerikanischen Kohortenstudie Project Viva aus. Die Teilnehmerinnen waren zwischen April 1999 und November 2002 in pränatalen Ambulanzen im Osten von Massachusetts rekrutiert worden. Ihre Ernährungsgewohnheiten wurden mithilfe wiederholter Fragebögen erfasst und anhand des Mediterranean Diet Score (MDS) sowie des Dietary Inflammatory Index (DII) bewertet. Ein hoher MDS-Wert stand für eine stärker mediterran geprägte Ernährung mit einem hohen Anteil an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und gesunden Fetten sowie einem moderaten Verzehr von Milchprodukten und mageren Proteinquellen. Ein hoher DII-Wert deutete dagegen auf eine stärker entzündungsfördernde Ernährungsweise hin, unter anderem mit mehr rotem und verarbeitetem Fleisch, zuckerhaltigen Getränken, Natrium und raffiniertem Getreide. Die Forschenden untersuchten insbesondere, ob die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft mit dem Auftreten von Koliken und Ekzemen beim Säugling zusammenhing. 26 Prozent der Kinder hatten Koliken, bei fünf Prozent traten Koliken und Ekzeme gemeinsam auf. Mit jedem zusätzlichen Punkt im MDS war das Risiko für das gemeinsame Auftreten von Koliken und Ekzemen um 15 Prozent geringer. Jeder zusätzliche Punkt im DII war dagegen mit einem um 34 Prozent höheren Risiko assoziiert. Fisch und Meeresfrüchte könnten ebenfalls eine Rolle spielen Zusätzlich untersuchte das Team den Verzehr potenziell allergener Lebensmittel während der Schwangerschaft. Für jede zusätzliche wöchentliche Portion Fisch oder Meeresfrüchte war das Risiko für das gemeinsame Auftreten von Koliken und Ekzemen beim Säugling um 25 Prozent geringer. Für andere untersuchte Lebensmittel, darunter Milchprodukte, Eier und Nüsse, zeigte sich kein entsprechender Zusammenhang. Die beobachteten Zusammenhänge waren bei Säuglingen am stärksten ausgeprägt, deren Mütter selbst eine Vorgeschichte allergischer Erkrankungen hatten. Mögliche Bedeutung für die Allergieprävention Frühere Untersuchungen der Forschungsgruppe hatten darauf hingedeutet, dass Säuglinge mit Koliken später häufiger atopische Erkrankungen wie Asthma, saisonale Rhinitis und Nahrungsmittelallergien entwickeln. Die aktuelle Studie untersuchte erstmals, ob die Ernährung während der Schwangerschaft mit dem Risiko für Koliken und insbesondere mit dem gemeinsamen Auftreten von Koliken und Ekzemen zusammenhängt. Die korrespondierende Autorin Jenifer Lightdale vom Boston Children’s Hospital und der Harvard Medical School betont, dass Säuglinge mit beiden Erkrankungen möglicherweise besonders häufig später verschiedene allergische Erkrankungen entwickeln. Die Ergebnisse könnten daher dazu beitragen, mögliche frühe Einflussfaktoren auf die allergische Entwicklung besser zu verstehen. Erstautorin Emily Oken vom Harvard Pilgrim Health Care Institute und der Harvard T.H. Chan School of Public Health sieht in den Ergebnissen einen weiteren Grund, Schwangere bei einer ausgewogenen Ernährung zu unterstützen und dabei insbesondere auf den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten zu achten. Zugleich verweist sie auf finanzielle und strukturelle Hindernisse, die den Zugang zu einer gesunden Ernährung erschweren können. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich aus den Ergebnissen nicht ableiten, dass die Ernährung während der Schwangerschaft Koliken oder Ekzeme unmittelbar verhindert. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die Zusammenhänge zu bestätigen und mögliche zugrunde liegende Mechanismen zu klären. (lj/BIERMANN)
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