Gesundheit durch Gastroenterologie: Die Zukunft liegt in der personalisierten Prävention24. Oktober 2018 Abb.: © ag visuell/Fotolia Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheitsförderung auszubauen und die Prävention zu stärken. Hierfür ist 2015 das Präventionsgesetz in Kraft getreten. Doch um Krankheitsprävention nachhaltig zu gestalten und dem Einzelnen die Umsetzung der eigenen Gesundheitsvorsorge zu erleichtern, müsse sich diese zukünftig am individuellen Risiko des Patienten orientieren, fordert die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Eine wichtige Voraussetzung um personalisierte Prävention möglich zu machen, sei eine systematische Präventionsforschung sowie die Auswertung individueller Gesundheitsparameter mit Hilfe der Digitalisierung, so die Fachgesellschaft. Regelmäßig Sport treiben, sich gesund ernähren, wichtige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, das Rauchen und den Alkoholkonsum reduzieren – die empfohlenen Maßnahmen, um die eigene Gesundheit zu erhalten, sind umfassend. Doch es gelingt nur wenigen Bürgern diese vollständig umzusetzen. Nicht für jeden hat das gesundheitsschädigende Folgen: Die Anfälligkeit für verschiedene Krankheiten ist individuell sehr unterschiedlich. „Aktuell tragen wir bei Fragen der Prävention viel zu wenig der Tatsache Rechnung, dass das Risiko für die Entwicklung gerade der vielen ernährungsabhängigen Krankheiten von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist“, sagt Prof. Frank Lammert, Präsident der DGVS. Ein Beispiel ist die Wirkung von Alkohol. Zwar ist unbestritten, dass Alkoholkonsum der Gesundheit schadet. „Jedoch besteht individuell eine unterschiedliche Veranlagung, ab welcher Menge und in welchem Ausmaß es zu alkoholbedingten Organschäden kommt“, erläutert Prof. Christian Trautwein, Mediensprecher der DGVS. „So haben Studien beispielsweise gezeigt, dass nicht jeder, der viel Alkohol konsumiert, eine Leberzirrhose entwickelt. Das individuelle Risiko für diese Erkrankung hängt unter anderem davon ab, welche Varianten bestimmter Gene ein Mensch im Erbgut trägt.“ Um Prävention gezielt einzusetzen, sei es zentral, das Risiko des Einzelnen genauer zu beziffern und individualisierte Risikoprofile auf Basis molekularer Erkenntnisse zu erstellen. Das würde auch helfen, die Motivation des einzelnen Patienten für eine Präventionsmaßnahme zu erhöhen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur personalisierten Prävention sei die digitale Patientenakte, die medizinische Daten des Betroffenen umfasst. „Der Datenschutz muss von der Politik im Sinne der Bürger, heutiger und künftiger Patienten weiterentwickelt werden“, so Lammert. „In der Digitalisierung liegen viele Chancen – gerade für die Prävention. Die Zukunft gehört den personalisierten Vorsorgekonzepten, die Gastroenterologen mit ihren Patienten besprechen, nicht den guten Ratschlägen nach dem Gießkannenprinzip.” Die DGVS setzt sich daher auch für die Schaffung eines organübergreifenden Forschungsverbunds in Form eine Nationalen Präventionszentrums Gastroenterologie ein. Fehlfunktionen und Krankheiten der Verdauungsorgane sind Volkskrankheiten, die Auswirkungen auf den gesamten Organismus des Menschen, seine Lebenserwartung und die Lebensqualität haben. Doch bei vielen dieser Krankheiten muss das wissenschaftliche Verständnis der Erkrankungsmechanismen weiter vertieft und erarbeitet werden. „Durch das Verständnis des Krankheitsverlaufs – auch auf molekularer Ebene – können Konzepte entwickelt oder erweitert werden, um wirksame Präventions-, Früherkennungs- und Behandlungsstrategien für Krankheiten der Verdauungsorgane und ihre Folgen zu entwickeln“, so Trautwein.
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