GfV 2020 in Berlin9. März 2020 Foto: ©sdecoret – Adobe Stock 1.000 Virologen diskutieren aktuelle Entwicklungen im Kampf gegen Viruskrankheiten bei der wichtigsten Virologie-Veranstaltung im deutschsprachigen Raum, der 30. Jahrestagung der Gesellschaft für Virologie e. V. (GfV) 25. – 27. März 2020. Wie der Ausbruch des Coronavirus deutlich zeigt, sind Virusinfektionen weltweit gefürchtet. Viren stellen mit ihren dauernden Veränderungen die Wissenschaftler immer wieder vor Rätsel. Aktuelle Erkenntnisse zur Verbreitung von Viren, zur antiviralen Therapie sowie zur Impfstoffentwicklung und Immunantwort sind wichtige Schwerpunkte bei der 30. Jahrestagung der Gesellschaft für Virologie e. V. (GfV, Society for Virology) vom 25. – 27. März 2020 in Berlin. „Nach einer erfolgreichen Reihe von 29 Jahrestagungen, die Einfluss auf eine ganze Generation deutschsprachiger Virologen hatten, werden drei volle Tagen mit inspirierenden Vorträgen, Posterpräsentationen und sozialen Aktivitäten wieder reichlich Gelegenheit zum Austausch bieten“, betonen die Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Christian Drosten, Charité – Universitätsmedizin Berlin und Prof. Dr. med. vet. Nikolaus Osterrieder, Freie Universität Berlin. Bei dieser wichtigsten Veranstaltung für Virologen im deutschsprachigen Raum kommen rund 1.000 Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammen, um ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorzustellen und aktuelle Aspekte im Zusammenhang mit Viren und viralen Infektionen in wissenschaftlichen Workshops und Poster-Sessions zu diskutieren. Bei der aktuellen Erforschung von Viren und ihren Erkrankungen wird versucht, die komplizierten Infektionsmechanismen aufzudecken. Viele Virus-Infektionen können heute schon geheilt oder durch Schutzimpfungen verhindert werden. Auch Hepatitisviren, HIV oder Dengueviren lösen bei Millionen von Menschen schwere Erkrankungen aus. Mit renommierten nationalen und internationalen Gastrednern aus den Niederlanden, Dänemark und Großbritannien, Kanada, den USA und China bietet das Kongressprogramm wieder eine beeindruckende Reihe von Vorträgen mit Highlights zu neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der Virologie sowie verwandten Disziplinen. Das vielfältige wissenschaftliche Programm deckt ein breites Spektrum an Themen der klinischen Virologie und Grundlagenforschung ab. Wie sich Viruserkrankungen wie die Influenza mit wirksamen Therapien beeinflussen lassen und auf welche Art Infektionen mit z.B. HIV-, Hepatitis- und Herpesviren in der medizinischen Praxis zielgerichtet und erfolgreich behandelt werden können, wird weltweit erforscht. Ein besonderer Fokus der Tagung liegt in diesem Jahr auf der Impfung gegen Influenza und auf dem Thema Schleimhautinfektionen und Immunität, wobei die erworbene Immunität gegen akute und chronische Virusinfektionen sowie auch die angeborene antivirale Immunität untersucht werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Genomforschung: Wie ist der Genomaufbau? Was sind die viralen Replikationsstrategien? Wo kommen neue Erreger her? Brandaktuelle Fragen gerade vor dem aktuellen Hintergrund des Coronaausbruchs, zu denen spannende Diskussionen zu diesen. Entsprechend dem interdisziplinären Ansatz wird versucht, durch den intensiven Austausch mit anderen Wissenschaftsbereichen die Entwicklung neuer Forschungskonzepte voranzutreiben. Heute weiß man, dass die meisten akuten Viruskrankheiten des Menschen ursprünglich von anderen Säuggetieren kommen. Zur Frage, weshalb und wie die Erreger ihren Wirt gewechselt haben, werden sehr verschiedene Ansichten diskutiert. Die Wissenschaftler zeigen sich überzeugt, dass in dem innovativen Themenbereich Paläovirologie neue Einsichten und unter anderem auch neue Erkenntnisse zu den molekularen und immunologischen Wechselwirkungen von Viren mit dem Wirt sowie zum Wirtswechsel zu erwarten sind. Wie entstehen Virusepidemien? Wie breiten sich die Krankheitserreger aus? Welche können uns gefährlich werden und sind wir ausreichend auf einen Ausbruch vorbereitet? Bei der Tagung werden neuartige antivirale Strategien sowie neue Untersuchungen zum Ausbruchsgeschehen von Viren und deren Prävention vorgestellt. In den begleitenden Workshops geht es um das breite Spektrum der Virologie, unter anderem die virale Vielfalt, Epidemiologie und Krankheitsvirologie, Klinische und therapeutische Virologie sowie um Impfstoffe und Gentherapie. Ein besonderes Anliegen des Kongresses ist es, jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit zu bieten, mit einem vielfältig aufgestellten Fachpublikum in Kontakt zu kommen. „Die mündlichen Beiträge und Poster werden unter besonderer Berücksichtigung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgewählt, um ihre Leistungen zu präsentieren, Ideen auszutauschen und neue Kontakte zu KollegInnen aus anderen Gruppen herzustellen“, so Prof. Drosten und Prof. Osterrieder. Alle Informationen zum Jahreskongress gibt es unter www.virology-meeting.de.
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