Glaukom: Frühes Auftreten von Diabetes oder Bluthochdruck prädisponiert für ein frühes POWG19. September 2022 Dr. Karanjit Kooner.Foto.©UT Southwestern Medical Center Je früher Menschen im Leben Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck entwickeln, desto früher entwickeln sie wahrscheinlich ein primäres Offenwinkelglaukom (POWG), wie Forscher vom UT Southwestern (UTSW) in einer aktuellen Studie berichten. Die im Fachjournal „Clinical Ophthalmology“ veröffentlichten Ergebnisse könnten zu besseren Screening-Protokollen für POWG führen, welches bis zu 90 Prozent aller Glaukom-Fälle ausmacht. Das könnte eine frühere Glaukom-Diagnose und somit die Erhaltung des Sehvermögens ermöglichen. „Derzeit fehlen uns die Mittel zur Heilung des Glaukoms, aber mit ausreichend Vorankündigung können wir das Sehvermögen der Patienten erhalten. Die Früherkennung des Glaukoms ist der Schlüssel zur besseren Kontrolle des Augeninnendrucks und zur Verhinderung der Erblindung“, sagte Studienleiter Karanjit Kooner, außerordentlicher Professor für Augenheilkunde am UTSW. Zehn Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben POWG. Da diese Krankheit in ihren frühesten Stadien nur wenige Symptome aufweist, wie Dr. Kooner erklärte, werden Patienten häufig erst in späteren Stadien diagnostiziert, wenn das Sehvermögen bereits dauerhaft geschädigt ist. Obwohl Forscher mehrere Risikofaktoren für POWG identifiziert haben – darunter Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Migräne und obstruktive Schlafapnoe – ist noch nicht klar, wie sie den Beginn von POWG beeinflussen könnten. Um diese Frage zu beantworten, sammelten Kooner und seine Kollegen Daten aus den Krankenakten von 389 POWG-Patienten, die alle von ihm zwischen Juni 2019 und Dezember 2019 in der UTSW-Augenklinik gesehen wurden. Mittels statistischer Modellierung konnten die Forscher keinen Zusammenhang zwischen Migräne und/oder obstruktiver Schlafapnoe und dem Alter des POWG-Beginns feststellen. Die Wissenschaftler fanden jedoch heraus, dass das Alter der Diagnose von Typ-2-Diabetes und/oder Bluthochdruck signifikant mit dem Ausbruch von POWG zusammenhängt – je früher bei Patienten eine oder beide Erkrankungen auftraten, desto früher neigten sie dazu, POWG zu entwickeln. Dr. Kooner stellte fest, dass sowohl Typ-2-Diabetes als auch Bluthochdruck die Blutgefäße des Sehnervs auch die der Netzhaut beeinträchtigen und somit möglicherweise Veränderungen verursachen, die die Patienten für POWG prädisponieren. Wenn diese Zusammenhänge in der zukünftigen Forschung Bestand haben, könnten Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck zur Liste der Faktoren hinzugefügt werden, die ein POWG-Screening auslösen können – einschließlich bereits bestehender Faktoren wie einer Familiengeschichte für POWG, erhöhtem Augeninnendruck und schwarzer Rasse. Dies könnte wiederum zu einer früheren Diagnose von POWG und somit zur Erhaltung der Sehkraft und einer verbesserten Lebensqualität der Patienten führen. Andere UTSW-Forscher, die zu dieser Studie beigetragen haben, sind Jeffrey Wooliscroft, Rubeel Akram, Hafsa Zuberi, Betty Tong, Jane Gu und Aaron Hurd. Originalpublikation: Wooliscroft J et al. Predictors of Early Onset Glaucoma. Clinical Ophthalmology (2022) DOI https://doi.org/10.2147/OPTH.S360719
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