Glaukom: Schlafen ohne Kissen kann den Augeninnendruck senken29. Januar 2026 Eine vorläufige Beobachtungsstudie hat gezeigt, dass das Schlafen ohne Kissen den intraokularen Druck senken kann und somit eine begleitende wirksame Strategie zur Drucksenkung für Glaukompatienten darstellen könnte.Symbolbild.©New Africa-stock.adobe.com Eine vorläufige Studie hat ergeben, dass das Schlafen ohne Kissen dazu beitragen kann, einen erhöhten Augeninnendruck zu senken. Die Forscher erklären den Effekt folgendermaßen: Gestapelte Kissen verändern die Position des Nackens. Dadurch kann die Halsvene komprimiert werden, was wiederum den natürlichen Abfluss des Kammerwassers verhindert. Es ist bekannt, dass der intraokulare Druck (IOD) in Abhängigkeit von Veränderungen der Körperhaltung schwankt. Der Übergang von einer aufrechten zu einer liegenden Position während des Schlafes könnte den Forschern zufolge somit der Hauptgrund für den IOD-Anstieg in der Nacht sein. Die Ergebnisse der Analysen wurden online in der Fachzeitschrift „British Journal of Ophthalmology“ veröffentlicht. Auswirkungen des Schlafens auf den IOD mit und ohne Kissen Die Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen des Schlafens mit zwei normal großen Kissen, die eine Kopfhebung von 20–35° ermöglichten, auf den IOD bei 144 Erwachsenen mit Glaukom. Davon hatten 70 Teilnehmer ein Normaldruckglaukom, neun einen hohen IOD und 65 ein primäres Offenwinkelglaukom. Jeder Teilnehmer lieferte im Analysezeitraum von Oktober 2023 bis April 2024 detaillierte Informationen zu Krankengeschichte, Glaukombehandlung sowie Rauchen und Alkoholkonsum. Zudem unterzogen sich alle Testpersonen einer umfassenden Augenuntersuchung. Für die Analysen ermittelten die Forscher den IOD des rechten Auges aller Teilnehmer im Sitzen und Liegen alle 120 Minuten über 24 Stunden. Anschließend wurde der Kopf in Rückenlage mit zwei normal großen Kissen um 20° bis 35° angehoben und zehn Minuten später der IOD gemessen. Bis zur nächsten Messung schliefen die Teilnehmer wieder auf dem Rücken. Für jede Testperson wurden vier vollständige Messreihen mit und ohne Kissen durchgeführt. Schlafen mit zwei Kissen: IOD signifikant erhöht – OPP signifikant reduziert Die Untersuchungen der Wissenschaftler ergaben, dass insgesamt 67 Prozent der Teilnehmer einen nachweisbaren Anstieg des IODs beim Übergang von der Rückenlage in eine erhöhte Position mit einem durchschnittlichen Anstieg von etwa 1,61 mmHg aufwiesen. Dabei war der IOD in der erhöhten Position signifikant größer (17,42 mmHg gegenüber 16,62 mmHg) mit größeren Schwankungen über den Zeitraum von 24 Stunden. Gleichzeitig beobachteten die Forscher, dass der okuläre Perfusionsdruck (OPP) bei Verwendung von zwei Kissen im Vergleich zur Rückenlage signifikant reduziert war (54,57 mmHg gegenüber 58,71 mmHg). Ein verringerter OPP ist laut der Forscher ein Indikator für eine Verringerung des Blutflusses, der Sauerstoff und Nährstoffe zum Auge transportiert. Bei einer weiteren Stratifizierung der Ergebnisse zeigte sich, dass junge Erwachsene ebenso wie Menschen mit primärem Offenwinkelglaukom deutlich häufiger einen signifikant höheren IOD aufwiesen als ältere Erwachsene. Gesunde Probanden: Venenlumen mit zwei Kissen deutlich stärker verengt Zusätzlich untersuchten die Forscher den Blutfluss in der Jugularvene bei 20 gesunden Probanden sowohl mit als auch ohne Kissen. Sie konnten dabei beobachten, dass das Venenlumen mit Kissen deutlich stärker verengt war als ohne, während der Blutfluss signifikant schneller war. „Traditionelle Strategien zur nächtlichen IOD-Kontrolle beschränken sich in erster Linie auf die Erhöhung der Arten und Häufigkeit von IOD-senkenden Medikamenten oder ergänzende Lasertherapien“, erklären die Forscher. „Angesichts des gut dokumentierten Einflusses von Haltungsänderungen auf den IOD erscheint eine Positionsänderung als eine plausible Strategie, die weitere Untersuchungen rechtfertigt.“ Änderung der Schlafpositionen könnte ergänzende Strategie für Glaukompatienten sein Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, weisen die Autoren darauf hin, dass keine eindeutigen Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung gezogen werden können. Zudem räumen die Forscher verschiedene Einschränkungen ihrer Ergebnisse ein, darunter vor allem die geringe Teilnehmerzahl in jeder der Glaukomgruppen. Sie betonen, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, um diese vorläufigen Ergebnisse zu validieren. Dennoch kommen die zu dem Schluss, dass die Ergebnisse mit einer durch Nackenflexion verursachten Kompression der Halsvene in Verbindung stehen könnten, die möglicherweise den venösen Rückfluss und den Abfluss des Kammerwassers beeinträchtigt. „Patienten mit Glaukom könnten daher davon profitieren, Schlafpositionen zu vermeiden, die eine Kompression der Halsvene verursachen, um einen durch die Körperhaltung bedingten Anstieg des Augeninnendrucks zu mildern. Solche Verhaltensänderungen stellen eine einfache, aber potenziell wirksame ergänzende Strategie zur Optimierung der langfristigen Augeninnendruckkontrolle in der klinischen Praxis dar.“ (sas/BIERMANN)
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