Glaukom und Aderhautamotio nach Trabekulektomie mit Mitomycin-C: Chirurgische Ergebnisse fallen signifikant schlechter aus

BABOL (Biermann) – Aus einer aktuellen Arbeit geht hervor, dass eine nach einer Trabekulektomie (TE) mit Mitomycin-C (MMC) aufgetretene Aderhautamotio (CD) mit einem geringeren chirurgischen Erfolg assoziiert ist. Laut den Studienautoren spielt dieses Ergebnis insbesondere bei Augen, die eine strenge IOD-Kontrolle erfordern, eine entscheidende Rolle.

Die Wissenschaftler überprüften retrospektiv im Zeitraum 2012 bis 2020 medizinische Unterlagen zu 183 chirurgisch naiven, phaken Patienten/Augen mit einem Glaukom (primäres Offenwinkel-, Engwinkel- oder Pseudoexfiliationsglaukom [51,4%; 26,8%; 21,8%]), bei denen eine TE mit MMC erfolgte. Die Arbeitsgruppe teilte die Kohorte in Bezug auf eine innerhalb der ersten postoperativen Woche diagnostizierten CD in die Gruppe ohne CD (n=153; mittleres Alter 58,73±11,40 Jahre; mittlerer präoperativer IOD 23,7±6,63 mmHg mit 3,08±0,86 AGM) und in solche mit CD (n=30; mittleres Alter 59,00±12,59 Jahre; mittlerer präoperativer IOD 22,2±3,83 mmHg mit 3,37±0,72 AGM) auf. Ein chirurgischer Erfolg (unabhängig von eingesetzten AGM) wurde definiert als ein IOD >5 bis <19 mmHg (Kriterium A) oder >5 bis <16 mmHg (Kriterium B). Eine IOD-Abnahme um <20% zum Ausgangswert und eine chirurgische Revision wurden als Therapieversagen angesehen. Die Nachuntersuchungszeit betrug 4 Jahre.

Die Forscher ermittelten in der CD- im Vergleich zur Nicht-CD-Gruppe zu allen Kontrollen einen signifikant höheren mittleren IOD (1. bzw. 4. Jahr 14,70 und 14,82 mmHg vs. 11,03 und 12,59 mmHg; p<0,001; p=0,009) sowie eine signifikant stärker gesteigerte mittlere Anzahl eingesetzter AGM (1. bzw. 4. Jahr 2,32±1,25 und 1,62±1,23 vs. 1,4±1,25 und 0,24±0,9; beide p<0,001). Zudem konstatierten die Experten nach 1 und 4 Jahren, dass sich die kumulative Erfolgswahrscheinlichkeit gemäß Kriterium A bei den CD- gegenüber den Nicht-CD-Augen nicht signifikant unterschied (80 und 69,6% vs. 88,2 und 74,1%; p>0,05; Log-Rank-Test), während solche gemäß Kriterium B hoch signifikant niedriger ausfiel (50,0 und 8,9% vs. 79,7 und 59,8%; p<0,001).

(tt)

Quelle

Autoren: Yadgari M et al.
Korrespondenz: Mohammad Javad Ghanbarnia; [email protected]
Studie: Impact of postoperative choroidal detachment on trabeculectomy outcomes: a four-year comparative study
Quelle: BMC Ophthalmol 2023;23(1):111.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-023-02860-1