Glaukom: Zwei natürliche Moleküle als Biomarker mit Behandlungspotenzial identifiziert1. September 2025 Eine aktuelle Möglichkeit zur Erkennung des Glaukoms bietet der Perimetrie-Sehtest. Wenn das Gesichtsfeld eingeschränkt ist, liegen jedoch bereits Schäden am Sehnerv vor, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können.Symbolbild.©Rabizo Anatolii-stock.adobe.com Wissenschaftler der University of Missouri (Mizzou) in Columbia (USA) haben neue Biomarker identifiziert, die eine frühere Erkennung und Behandlung des Glaukoms ermöglichen könnten. Das Glaukom führt zu einer Schädigung der retinalen Ganglienzellen (RGCs) und ihrer Axone. Wenn diese Nerven im hinteren Teil des Auges beschädigt werden, kommt es zu einem Verlust der Sehkraft. Die derzeitigen Behandlungen konzentrieren sich jedoch auf die Senkung des Augeninnendrucks. Denn bislang ist es noch niemandem gelungen, die RGCs vor Schäden zu schützen. Somit besteht ein ungedeckter klinischer Bedarf an neuroprotektiven Therapien zur Verhinderung der RGC-Degeneration. Agmatin und Thiamin als Biomarker identifiziert Pawan Singh von der Mizzou hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, nach Biomarker zur Erkennung von Glaukomen suchen, um neuroprotektive Therapien zu ihrer Behandlung zu entwickeln. Sein Team hat in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass Glaukompatienten im Vergleich zu Menschen ohne Glaukom weniger von zwei winzigen Molekülen – Agmatin und Thiamin – in der klaren Flüssigkeit im vorderen Teil des Auges haben. Singh hat festgestellt, dass diese Moleküle, die als Metaboliten bekannt sind, potenzielle Biomarker sein könnten, die zur Früherkennung der Krankheit herangezogen werden könnten. „In vielen Fällen erfahren die Menschen erst im höheren Alter, dass sie an einem Glaukom leiden, wenn ihr Augendruck bereits erhöht ist“, erklärte Singh, Assistenzprofessor an der School of Medicine. „Unser langfristiges Ziel ist es, herauszufinden, ob Ärzte eines Tages mit einem einfachen Bluttest auf diese Biomarker testen können. Wenn dies möglich ist, können sie die Krankheit hoffentlich viel früher erkennen, bevor es zu einem Verlust der Sehkraft kommt, sodass Patienten schneller behandelt werden können.“ Metaboliten besitzen neuroprotektives Potenzial Agmatin und Thiamin könnten auch für die Glaukombehandlung in Frage kommen. In einer seiner jüngsten präklinischen Studien fand Singh heraus, dass Agmatin und Thiamin neuroprotektives Potenzial haben. Zudem können sie dazu beitragen, RGCs vor Schäden und dem Verlust der Sehfunktion zu schützen. Das bedeutet, dass diese Moleküle den Fortschritt des Sehverlusts stoppen oder verlangsamen könnten. Das könnte sie zu möglichen Kandidaten für eine zukünftige neuroprotektive Behandlung von Glaukomen in Form von Augentropfen oder Nahrungsergänzungsmitteln machen. „Die beeindruckende Forschungsinfrastruktur der Mizzou und unser kooperatives Team tragen dazu bei, diese Forschung zu ermöglichen“, betonte Singh. „Es muss zwar noch viel Arbeit geleistet werden, aber die Augenärzte, mit denen ich hier an der Mizzou gesprochen habe, sind von dieser Forschung sehr begeistert, sodass ich stolz bin und hoffnungsvoll in die Zukunft blicke.“ Die Ergebnisse der Untersuchungen wurde in der Fachzeitschrift „Investigative Ophthalmology and Visual Science“ veröffentlicht. (sas/BIERMANN)
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