Gleichwertigkeit von PET und MRT zur Bildgebung bei Glioblastom-Rezidiven belegt

Symbolbild eines Gliobastoms: © Visual Voyager/stock.adobe.com

Die deutsche GLIAA-Studie zeigt erstmals die Gleichwertigkeit von FET-PET sowie kontrastmittelverstärkter T1-MRT zur Bestrahlung des rezidivierten Glioblastoms: Bestrahlungsvolumina, medianes progressionsfreies Überleben und lokale Tumorkontrolle nach einem Jahr unterscheiden sich nicht signifikant.

Eine optimale Bildgebung ist wichtig für eine moderne Bestrahlungsplanung. Bei Patienten mit rezidiviertem Glioblastom weist die Positronen-Emissionstomografie mit O-(2-[¹⁸F]Fluorethyl)-L-Tyrosin (FET-PET) eine höhere Spezifität auf als die kontrastmittelverstärkte T1-gewichtete Magnetresonanztomografie (CE-T1-MRT); die PET-Diagnostik ist aber nur an wenigen Standorten verfügbar. Die deutsche multizentrische GLIAA-Studie zeigt jetzt erstmals: beide Bildgebungsverfahren sind für die Bestrahlungsplanung und die anschließende Krankheitsbeherrschung als gleichwertig anzusehen.

Patienten mit Glioblastom werden, wenn möglich, multimodal mit Operation, Bestrahlung und Chemotherapie behandelt. Die Prognose ist aber weiterhin schlecht, und praktisch alle Patienten erleiden nach Monaten oder Jahren einen örtlichen Rückfall. Eine palliative Re-Bestrahlung ist oft sinnvoll, aber die bildgebende Diagnostik ist besonders anspruchsvoll, weil Rezidivtumor und posttherapeutische Veränderungen schwierig zu differenzieren sind. Bisher war unklar, ob die übliche MRT-Diagnostik ausreichend ist oder die PET-Diagnostik bevorzugt werden sollte.

Ergebnisse der GLIAA-Studie im Überblick

In der von der Deutschen Krebshilfe geförderten GLIAA-Studie wurden von 2013 bis 2021 insgesamt 200 Patientinnen und Patienten mit rezidiviertem Glioblastom aus 15 teilnehmenden radioonkologischen Zentren eingeschlossen. Alle Patienten erhielten sowohl ein FET-PET als auch ein MRT, aber zur Bestrahlungsplanung wurde entweder das FET-PET oder das MRT (jeweils bei 100 Patienten) eingesetzt. Die mit den beiden Verfahren ermittelten Bestrahlungsvolumina waren sehr ähnlich, im Median 7,2 ml in der FET-PET-Gruppe und 6,1 ml in der MRT-Gruppe; allerdings waren die so ermittelten Volumina nicht vollkommen identisch mit nicht-überlappenden Anteilen von 3,2 bzw. 2,7 ml. Die Behandlung war eine stereotaktische fraktionierte Strahlentherapie des Tumorezidivs mit 13 Fraktionen mit jeweils 3 Gy.

Bezüglich des medianen progressionsfreien Überlebens (4,0 bzw. 4,9 Monate) und der lokalen Tumorkontrollrate nach einem Jahr (22% vs. 20%) bestanden keine signifikanten Unterscheide zwischen der Planung mit FET-PET oder MRT. Die Re-Bestrahlung wurde gut vertragen; die kumulative Häufigkeit von Nebenwirkungen Grad 3 oder höher betrug 12 Prozent bzw. 14 Prozent für akute Nebenwirkungen und 20 Prozent bzw. 16 Prozent für relevante Spätfolgen.

Frau Prof. Anca Grosu, die Leiterin der Studie, betont, dass durch die GLIAA-Studie nicht nur erstmals die Gleichwertigkeit der eingesetzten Bildgebungsverfahren für die Tumorkontrolle gezeigt wurde. Außerdem wurden auch wichtige Erkenntnisse über Sicherheit und Effektivität der Re-Bestrahlung gewonnen, die Empfehlungen für die Rezidivtherapie unterstützen. Frau Prof. Ursula Nestle, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Radioonkologie, betont die hohen Qualitätanforderungen der Studie, die einen zukünftigen Standard für die Rezidivtherapie definieren.

Das könnte Sie zum Thema Glioblastom ebenfalls interessieren:

HIV-Medikament könnte Tumorwachstum beim Glioblastom reduzieren

Glioblastom: Molekulare Diagnostik ermöglicht zielgerichtete Therapie ohne Zeitverzug