Global Burden of Disease Study zu Tuberkulose: Weltweit Verläufe untersucht

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Trotz globaler Bemühungen, die Infektionsraten zu reduzieren, verursacht die Tuberkulose weiterhin viele Krankheitsfälle weltweit. Zu diesem Resultat kamen die Autoren einer Studie, die die Verläufe tödlicher und nicht-tödlicher Tuberkulosefälle über einen Zeitraum der vergangenen 25 Jahre in 195 Ländern untersuchte.

Die Analyse beinhaltete 10.691 Site Years an Registrierungsdaten, 768 Site Years mündlich überlieferter Autopsieberichte und 361 Mortalitäts-Site-Years, um Tuberkulosesterblichkeitsraten zu berechnen. Außerdem beurteilten die Wissenschaftler, wie sich die Häufigkeit, Verbreitung und Sterblichkeit der Tuberkulose von der Erwartung unterschied, die vom Soziodemografischen Index (SDI) prognostiziert worden war.

2015 betrug die weltweite Tuberkulosehäufigkeit (eingeschlossen neue und Rezidivfälle) 10,2 Mio. (95 %-Unsicherheitsintervall 9,2–11,5), die Verbreitung der Tuberkulose betrug 10,1 Mio. (95 %-Unsicherheitsintervall 9,2–11,1 Mio.) und die Anzahl an Todesfällen 1,3 Mio. (95 %-Unsicherheitsintervall 1,1–1,6). Von 2005 bis 2015 zeigten Daten an HIV-negativen Individuen auf das Jahr umgerechnet einen deutlicheren Rückgang der Sterblichkeit (-4,1 % [zwischen -5,0 und -3,4]), als dies bei der Häufigkeit (-1,6 % [zwischen -1,9 und -1,2]) oder Verbreitung (-0,7 % [zwischen -1,0 und -0,5]) der Tuberkulose der Fall war.

Ein Großteil der in Asien, Osteuropa und südlich der Sahara gelegenen Länder zeigte höhere Tuberkuloseraten, als dies aufgrund ihres SDI hätte angenommen werden können. Im Jahr 2015 begründete Alkoholmissbrauch 11,4 % (9,3–13,0) der weltweiten Tuberkulose­todesfälle unter HIV-negativen Individuen, Diabetes entsprechend 10,6 % (6,8–14,8) und Rauchen 7,8 % (3,8–12,0).

Fazit
Die Stärkung der Gesundheitssysteme zur Früherkennung von Tuberkulose und die Verbesserung der Qualität der Tuberkuloseversorgung sind vorrangig. Länder mit überdurchschnittlich hohen Tuberkulose-Raten sollten die Gründe für den Rückstand untersuchen und Abhilfemaßnahmen ergreifen. Bemühungen, das Rauchen, Alkoholkonsum und Diabetes zu verhindern, könnten auch die Tuberkulose-Belastung erheblich reduzieren, so die Autoren abschließend.

Autoren: GBD Tuberculosis Collabor­ators
Korrespondenz: Hmwe Kyu, University of Washington, 2301 Fifth Ave., Suite 600, Seattle, WA 9812, USA;
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Studie: The global burden of tuberculosis: results from the Global Burden of Disease Study 2015
Quelle: Lancet Infect Dis 2018;18(3): 261–284.
Web: www.thelancet.com/journals/laninf