Globale Inzidenz von Meningokokken-Erkrankungen: Insgesamt niedrig, Säuglinge besonders betroffen

PARIS (Biermann) – Die Epidemiologie invasiver Meningokokken-Erkrankungen (IMD) ist unvorhersehbar, variiert je nach Region und Altersgruppe und entwickelt sich ständig weiter. Ein Wissenschaftlerteam des Impfstoffherstellers Pfizer hat daher in einem Review-Beitrag die Entwicklung der Inzidenz von IMD und die Verteilung der Serogruppen nach Altersgruppen und Weltregionen im Laufe der Zeit beschrieben.

Die Daten für die Analyse extrahierten Carmen Pardo de Santayana und Kollegen aus 90 subnationalen, nationalen und multinationalen Überwachungsberichten sowie 22 veröffentlichten Studien über die Belastung durch IMD im Zeitraum von 2010 bis 2019 in 77 Ländern.

Dabei zeigte sich, dass die globale Inzidenz von IMD im Allgemeinen niedrig war, wobei die zirkulierenden krankheitsverursachenden Serogruppen zwischen den Regionen stark variierten. Die höchste Inzidenz wurde in der Regel bei Säuglingen beobachtet, gefolgt von Kleinkindern und Jugendlichen/jungen Erwachsenen sowie in einigen Ländern auch von älteren Erwachsenen.

Weltweit war den Daten zufolge die Serogruppe B in den meisten Ländern die vorherrschende Ursache für IMD. Darüber hinaus gab es zwischen 2010 und 2019 in mehreren Regionen einen den Autoren zufolge bemerkenswerten Anstieg der durch die Serogruppen W und Y verursachten IMD-Fälle, „was die unvorhersehbare und dynamische Natur der Krankheit verdeutlicht“, schreiben Pardo de Santayana und Kollegen.

Insgesamt waren die Serogruppen A, B, C, W und Y für die überwiegende Mehrheit der IMD-Fälle verantwortlich – trotz der Verfügbarkeit von Impfstoffen, die Erkrankungen durch diese Serogruppen verhindern könnten, wie die Autoren abschließend anmerken. (ej)

Autoren: Pardo de C et al.
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Studie: Epidemiology of invasive meningococcal disease worldwide from 2010–2019: a literature review
Quelle: Epidemiol Infect 2023 Mar 6;151:e57.
Web: https://doi.org/10.1017/S0950268823000328