Glomerulonephritis: Geringe Prävalenz bei transplantierten Nieren verstorbener Spender mit aktiver Hepatitis-C-Virusinfektion

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Eine US-Studie hat die Prävalenz von Nierenkrankheiten bei Personen mit chronischer Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion untersucht.

Eine HCV ist eine der Hauptursachen für immunkomplexvermittelte Glomerulonephritis, insbesondere für kryoglobulinämische und membranoproliferative Glomerulonephritis. Sie wird auch mit nicht-glomerulären Nierenkrankheiten in Verbindung gebracht. Die Prävalenz von Nierenkrankheiten bei Personen mit chronischer HCV-Infektion ist jedoch unbekannt, erklären die Autoren eingangs. Ihre aktuelle Studie aus der Fachzeitschrift „Kidney International“ liefert nun neue Erkenntnisse.

Die US-Forscher stellten eine multizentrische histologische Datenbank mit Biopsien verstorbener Spender zusammen, um die Prävalenz von Glomerulonephritis und chronischer Krankheitspathologie bei 147 transplantierten Nieren von HCV-RNA+-Spendern zu vergleichen, die mit 431 HCV-negativen Spendern übereinstimmten. Das Durchschnittsalter betrug 40,3 Jahre bei HCV-RNA-positiven Spendern und 40,7 Jahre bei HCV-negativen Spendern.

Gute Transplantatfunktion festgestellt

Die pathologische Untersuchungen zeigten, dass glomeruläre Erkrankungen und isolierte Immunkomplexablagerungen in beiden Gruppen selten waren. Das primäre Ergebnis Glomerulosklerose, interstitielle Fibrose mit tubulärer Atrophie, und/oder Gefäßerkrankung war für HCV-RNA+– gegenüber HCV-negativen Spendernieren nicht unterlegen (15 % Differenz). Konkret wiesen 61,2 Prozent der HCV-RNA+-Spendernieren weniger als fünf Prozent Glomerulosklerose auf, 68 Prozent der HCV-RNA+-Spendernieren weniger als fünf Prozent interstitielle Fibrose mit tubulärer Atrophie und 46 Prozent der HCV-RNA+-Spendernieren weniger als 25 Prozent. Sowohl die Empfänger von Nierentransplantaten von HCV-RNA+-Spendern als auch von HCV-negativen Vergleichspersonen zeigten eine gute Transplantatfunktion und die 12-Monats-eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) unterschied sich nicht signifikant zwischen den Gruppen (1,65 ml/min/1,73 m2 höhere eGFR für HCV-RNA+-Allograft-Empfänger).

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei HCV-RNA+-Spendernieren glomeruläre Erkrankungen selten waren und chronische Krankheitspathologien nicht häufiger auftraten als bei HCV-negativen Nieren, was Kliniker dazu ermutigen könnte, diese Organe für ihre Patienten in Betracht zu ziehen“, resümieren die Autoren.

(ri/BIERMANN)