GPGE beklagt Mangel an Spezialisten für den kindlichen Magen- und Darmtrakt

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Mehr als 350 pädiatrische Gastroenterologen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen noch bis zum 28. März zur 38. Jahrestagung der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) e.V. in Stuttgart zusammen. Dabei steht die Ernährung von Kindern im Mittelpunkt. 

Präsident des Kongresses, der von der baden-württembergischen Landtagspräsidentin Muhterem Aras eröffnet wurde, ist in diesem Jahr Dr. Axel Enninger, Ärztlicher Direktor im Olgahospital des Klinikums Stuttgart. In der Kinder- und Jugendgastroenterologie in Deutschlands größtem Kinderkrankenhaus werden alle gastroenterologischen Fragestellungen betreut. Allein mehr als 400 Kinder und Jugendlichen mit Zöliakie werden jedes Jahr von den Experten im Olgahospital behandelt. Dabei ist der Bedarf an pädiatrischen Gastroenterologen groß: Aus ganz Baden-Württemberg kommen Eltern mit ihren Kindern in die Landeshauptstadt, um ihre Kinder im Klinikum Stuttgart behandeln zu lassen.

Denn während die pädiatrische gastroenterologische Versorgung im Olgahospital exzellent aufgestellt ist, herrscht vielerorts Mangel an Spezialisten für den kindlichen Magen- und Darmtrakt – im stationären und im ambulanten Bereich. Die Versorgung von kranken Kindern erfordert ein Mehr an Ressourcen. Die Pädiatrie ist aufgrund der speziellen Bedürfnisse von Kindern und ihren Eltern seit Langem unterfinanziert, beklagt die GPGE. Der Personalmangel verursache gerade in Kinderkliniken erhebliche Engpässe in der Versorgung. Außerdem gebe es kaum spezialärztliche Versorgungsangebote im Bereich der niedergelassenen Kinderärzte. „Weil die Betreuung chronisch kranker Kinder zeitaufwendig ist und finanziell nicht entsprechend vergütet wird, gibt es kaum Kolleginnen und Kollegen, die sich als pädiatrische Gastroenterologen niederlassen“, sagt Prof. Carsten Posovszky, Erster Vorsitzender der GPGE. Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach will jetzt die finanzielle Ausstattung der Pädiatrie verbessern und hat einen Plan für die bessere finanzielle Ausstattung von Pädiatrie und Geburtshilfe vorgelegt. „Das begrüßen wir sehr. Die auskömmliche Finanzierung von kinderärztlichen Leistungen muss nicht nur im stationären Bereich, sondern auch in Ambulanzen und Spezialpraxen sichergestellt werden“, unterstreicht Kongresspräsident Enninger.