GRC und BVMed fordern stärkere Beachtung für Reanimationsmaßnahmen19. September 2023 Symbolbild: ©pixelaway/stock.adobe.com Lebensrettende Maßnahmen beim plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand sollten nach Ansicht des Deutschen Rates für Wiederbelebung (German Resuscitation Council; GRC) und des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) noch stärker in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt werden. „Der plötzliche Herz-Kreislaufstillstand braucht in Deutschland mehr Beachtung. Denn bei der Überlebensrate sind andere Länder deutlich besser als wir. Eine sofortige Reanimation durch Laien vor Ort erhöht die Überlebenschancen der Betroffenen maßgeblich und wir könnten hier in Deutschland jedes Jahr 10.000 Menschenleben zusätzlich retten“, betonen Prof. Bernd Böttiger, Vorstandsvorsitzender des GRC und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin an der Uniklinik in Köln, und BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll anlässlich der Woche der Wiederbelebung, die am 18. September 2023 gestartet ist. GRC und BVMed fordern in einer gemeinsamen Erklärung mit einem „Maßnahmenpaket Wiederbelebung“ die Überlebensrate von Menschen, die einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand erleiden, in Deutschland zu erhöhen. Bereits der Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung hat ein solches „Maßnahmenpaket Wiederbelebung“ vorgesehen. Gute Ansätze sehen GRC und BVMed in dem von Anfang September von der Regierungskommission zum Rettungsdienst vorgelegten Bericht, der unter anderem unter Punkt 12 Empfehlungen für eine strukturierte Einbeziehung der Bevölkerung in die Notfallversorgung vorsieht. Empfohlen wird unter anderem eine verpflichtende Ausbildung zur „Ersten Hilfe“ und insbesondere zum Thema „Reanimation“ in den Grund- und weiterführenden Schulen sowie am Arbeitsplatz, die Einführung flächendeckender und vernetzter Ersthelfer-Apps, die mit verpflichtenden AED-Registern der Leitstellen vernetzt sind sowie das flächendeckende Aufstellen von öffentlich zugänglichen Defibrillatoren mindestens in Sportstätten, anderen Veranstaltungsorten, öffentlichen Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln – und deren Erfassung in einheitlichen Registern, die die Leitstellen pflegen. Zum Hintergrund erläutern GRC und BVMed, dass der plötzliche Herz-Kreislaufstillstand, eine abrupt auftretende Fehlfunktion des Herzens außerhalb des Krankenhauses mit mehr als 70.000 Fällen pro Jahr, eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland ist. Eine sofortige Reanimation durch Laien vor Ort kann die Überlebenschancen der Betroffenen maßgeblich erhöhen. Dazu gehört eine sofort einsetzende und ununterbrochene Herzdruckmassage sowie bei mehreren anwesenden Personen gegebenenfalls der zeitnahe Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED), der von ungeübten Personen einfach und sicher bis zum Eintreffen der Rettungskräfte verwendet werden kann. In Deutschland überleben bisher nur 5 bis 10 Prozent der Betroffenen einen solchen Vorfall – in anderen europäischen Ländern ist die Lage deutlich besser. „Die Laien-Reanimationsquote ist hierzulande gering“, bemängeln GRC und BVMed. Fast die Hälfte aller Vorfälle werde zwar von umstehenden Personen beobachtet, doch erfolgte im letzten Jahr nur bei gut 40 Prozent aller Fälle eine Reanimation durch Laien. „Diese Situation müssen wir gemeinsam angehen und verbessern, um deutlich mehr Leben zu retten“, fordern Böttiger und Möll.
Mehr erfahren zu: "Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau" Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert.
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.
Mehr erfahren zu: "Neu: „Schwerpunktversorgung Intensivmedizin“ am Universitätsklinikum Jena" Neu: „Schwerpunktversorgung Intensivmedizin“ am Universitätsklinikum Jena Als eine von wenigen Kliniken in Deutschland erhielt die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ) jüngst die Auszeichnung „Schwerpunktversorgung Intensivmedizin“.