Große Ehre für eine der jüngsten MHH-Ärztinnen7. Dezember 2021 Dr. Laura Hinze und ihre Arbeitsgruppe. Foto: © MHH / Karin Kaiser Als eine der jüngsten Ärztinnen überhaupt ist Dr. Laura Hinze von der Deutschen Krebshilfe im Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm ausgezeichnet worden. Die 24-jährige Ärztin und Forscherin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erhält damit eine Förderung von mehr als 743.000 Euro verteilt auf vier Jahre, um ihre eigene Arbeitsgruppe ausbauen und ihre wissenschaftliche Karriere fortsetzen zu können. „Das ist ein herausragender Erfolg für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der MHH“, sagt MHH-Präsident Prof. Michael Manns. „Laura Hinze ist ein Ausnahmetalent. Eigentlich war sie noch zu jung, um an dem Förderprogramm teilzunehmen. Zum Glück hat die Deutsche Krebshilfe eine Ausnahmegenehmigung erteilt.“„Ich will verstehen, warum Leukämiezellen und andere Krebszellen nicht auf Therapien ansprechen, und untersuche mit meiner Arbeitsgruppe dazu auf molekularer Ebene den Aminosäuren- und Proteinabbau der Krebszellen“, erläutert Hinze, die in der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie tätig ist. „Mit der Förderung der Deutschen Krebshilfe hoffe ich, dass wir nun mehr Projekte gleichzeitig bearbeiten und deutlich schneller vorankommen können.“„Deutlich schneller“ – das war Hinze schon immer: Im Jahr 2013 hat sie im Alter von 16 Jahren Abitur gemacht und gleich das Medizinstudium an der MHH begonnen. Zwei Jahre später hatte sie ihr Physikum in der Tasche, begann 2015 ihre Doktorarbeit. Im Jahr 2017 ging sie nach Boston, um in den USA zu forschen. Nach ihrer Rückkehr studierte sie zu Ende und baute nebenher ihre eigene Forschungsgruppe auf – zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen und Preise folgten. Seit Dezember 2020 ist sie Ärztin und seit 1. Januar 2021 in der kinderonkologischen Klinik von Prof. Christian Kratz als Ärztin und Wissenschaftlerin tätig.Jetzt also die Auszeichnung von der Deutschen Krebshilfe, die eine noch größere Arbeitsgruppe erlaubt. Jeder normale Mensch wäre damit vollauf ausgelastet, nicht so Hinze. „Mir wird extrem schnell langweilig, daher suche ich immer wieder die Herausforderung.“ Und das bedingt derzeit, dass sie parallel Wirtschaftswissenschaften studiert. Als 24-Jährige ist sie in ihrer Arbeitsgruppe die Chefin von Mitarbeitenden, die deutlich älter sind. „Ich fühle mich deutlich älter, als ich bin“, sagt sie und lacht. „Ich musste aber auch erst lernen, dass ich mein eigenes Tempo nicht auf andere Menschen projizieren kann.“Klinik, Forschung und Lehre stellen für Hinze einen logischen Dreiklang dar. Dabei wollte sie zu Beginn ihres Studiums auf gar keinen Fall in die Wissenschaft gehen. „Heute weiß ich, dass die auf die Patienten orientierte Forschung sehr lebendig ist und mich die Klinik allein nicht ausfüllen würde.“ Hinze möchte mit ihrer Forschung einen wichtigen Beitrag hin zu einer personalisierten Medizin leisten. „Biomarker zu entwickeln, die eine spezifischere Behandlung der einzelnen Patienten ermöglichen, wäre so ein Ziel.“ Ein anderes sieht sie eher im wissenschaftspolitischen Bereich: „Klinik und Forschung müssen besser vereinbar sein, nur so können wir dem Nachwuchsmangel in der forschenden Medizin entgegentreten. Einfach bessere Strukturen schaffen!“ Weitere Informationen: Ein Video, in dem MHH-Präsident Prof. Michael Manns das Labor von Dr. Laura Hinze besucht und mit ihr über ihre Forschung spricht, finden Sie unter https://www.youtube.com/watch?v=romqNRwT5EU
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