Großer Schritt für die Digitalisierung in der Rheumatologie2. November 2022 Screenshot der BDRh-Service GmbH zum RheMIT-Portal Die digitale Unterstützung der rheumatologischen Versorgung und der Erhebung rheumatologischer Versorgungsdaten wird künftig breit aufgestellt. Federführende Verbände nutzen dafür eine gemeinsame IT-Plattform. Der Berufsverband Deutscher Rheumatologen e.V. (BDRh), die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh), der Verband Rheumatologischer Akutkliniken e.V. (VRA) und das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) bieten gemeinsam eine IT-Plattform für die digitale Erhebung von Versorgungsdaten an und entwickeln diese weiter. Das gaben die Institutionen am 28. Oktober in Berlin bekannt. Über die digitale Anwendung RheMIT können rheumatologische Praxen und Kliniken Daten für Studien, Register, Innovationsfonds-geförderte Projekte sowie Selektivverträge mit Krankenkassen in einer Oberfläche erfassen und übermitteln. Damit sollen die Akzeptanz dieser Projekte erhöht und die Basis für Versorgungsforschung verbreitert werden. „Die strukturierte Dokumentation versorgungsrelevanter Daten unserer Patienten wird in der Rheumatologie seit 20 Jahren weiterentwickelt und ist heute Teil einer leitliniengerechten Versorgung“, so Dr. Silke Zinke, 1. Vorsitzende des BDRh. „Mit RheMIT stellen wir diese Datenerhebung auf ein zukunftsfähiges Fundament.“ RheMIT wurde im Jahr 2020 federführend durch den BDRh eingeführt. Es ermöglicht eine Dokumentation von Rheuma-spezifischen validierten Scores zur Bestimmung der Krankheitsaktivität, der Medikation oder von Begleiterkrankungen. Auch patientenberichtete Fragebögen zur Lebensqualität, Depressivität, Schmerz oder Krankheitsaktivität können erfasst werden. Technisch ist dies zudem über angebundene Tablets zum Einsatz im Wartezimmer oder über Patienten-Apps möglich. Die Daten werden lokal in der Praxis oder Klinik gespeichert. Nur bei Einwilligung des Patienten werden Daten gezielt an Register oder Projektdatenstellen übermittelt. „Durch die Einführung einer einheitlichen Plattform für die Datenerhebung versprechen wir uns eine noch breitere Beteiligung an Registern und Studien und eine weitere Verbesserung der Datenqualität“, erklärt Dr. Anne Regierer vom DRFZ. „Das kann für die Versorgungsforschung in der Rheumatologie einen enormen Schub geben“, führt Prof. Andreas Krause aus, Präsident der DGRh. RheMIT wird bereits in über 100 rheumatologischen Einrichtungen eingesetzt. „Besonders freut uns, dass mittlerweile etliche Kliniken RheMIT nutzen, darunter auch Universitätskliniken“, so Prof. Johannes Strunk, Vorstandsvorsitzender des VRA. „Hier besteht ein großes Potenzial, Daten zur rheumatologischen Versorgung sowohl im niedergelassenen als auch im Klinikbereich zu erheben.“ Perspektivisch soll mit RheMIT der rheumatologische Versorgungsprozess vom Zugang des Patienten bis hin zum Monitoring digital unterstützt werden.
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