Großzellige B-Zell-Lymphome: Nachweis zirkulierender Tumor-DNA am Therapieende prognostisch hoch relevant

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Bei Großzelligen B-Zell-Lymphomen (LBCL) ist der ultrasensitive Nachweis zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) nach der Erstlinientherapie prognostisch sehr viel aussagekräftiger als die konventionellen radiologischen Ansprechkriterien.

Das belegen Wissenschaftler um Erstautor Dr. Mark Roschewski vom National Cancer Institute und Seniorautor Prof. Ash A. Alizadeh vom Stanford Cancer Institute in ihrer aktuellen Studie.
Dafür hatten sie Daten aus 5 prospektiven Studien zur Erst­linien-Chemotherapie mit Anthrazyklinen bei Patienten mit LBCL integriert.

Tumorspezifische phasenabhängige Varianten wurden in vor Behandlungsbeginn genommenen Proben identifiziert und zu wichtigen Zeitpunkten überwacht. Serielle Plasmaproben wurden verblindet auf nachweisbare ctDNA als MRD analysiert. Diesen MRD-Status verglichen die Autoren mit konventionellen Ansprechkriterien hinsichtlich der Prognose zum PFS.

Wie Roschewski et al. berichten, wurde die ctDNA-MRD bei 137 Patienten durch die Analyse von 409 im Verlauf der Zeit genommenen Plasmaproben untersucht. Dabei beobachteten sie, dass die Raten nachweisbarer ctDNA während der Therapie sanken: Nach 2 Zyklen war bei 55 % und am Therapieende bei 78 % der Patienten keine ctDNA mehr nachweisbar.

Nach einer medianen Nachbeobachtung von 37 Monaten betrug das 2-Jahres-PFS für Patienten mit nach 2 Zyklen nachweisbarer ctDNA 67 % vs. 96 % bei jenen mit bzw. nicht nachweisbarer ctDNA (p=0,0025; HR 6,9) und für Patienten mit nach Therapieende nachweisbarer ctDNA 29 % vs. 97 % für jene ohne nachweisbare ctDNA am Ende der Therapie (p < 0,0001; HR 28,7).

So blieben auch 92 Patienten mit nicht nachweisbarer ctDNA am Therapieende progressionsfrei (94 %), während bei 19 Patienten mit nachweisbarer ctDNA eine Progression auftrat oder sie verstarben (68 %).

Damit hatte der MRD-Status am Therapieende eine höhere prognostische Aussagekraft als die konventionellen Ansprechkriterien für Lymphome, die mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) bestimmt werden (HR 3,6 bei positivem PET-Befund und 28,3 bei nachweisbarer ctDNA). (sf)