Grundlagenforschung: Folgeschäden obstruktiver Schlafapnoe umkehren?26. Januar 2024 Foto: Zerbor/stock.adobe.com Eine aktuelle Studie vertieft das Verständnis der Therapie der obstruktiven Schlafapnoe: Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, Auswirkungen der OSA – etwa kardiovaskuläre Erkrankungen – zu minimieren. Obstruktive Schlafapnoe ist eine verbreitete Erkrankung und steht im Zusammenhang mit vorzeitiger biologischer Alterung und verschiedenen Gesundheitsproblemen, etwa kardiovaskuläre, kognitive und metabolische Komorbiditäten. Aktuell angewendete Therapien wie die Atemwegsüberdrucktherapie (CPAP) waren bislang nur bedingt erfolgreich, solche Gesundheitsfolgen umzukehren. Die jetzt vorgelegte Studie nimmt adjuvante Therapien in den Blick, insbesondere die Nutzung von Senolyitika, zur Erleichterung der Krankheitslast bei OSA. Konkret untersuchten die Autoren in der Studie, ob die gezielte Behandlung der Seneszenz in Verbindung mit einem simulierten Ansatz, der gute CPAP-Therapieadhärenz imitiert, die physiologischen Ergebnisse bei Mäusen verbessern könnte, die einer chronischen intermittierenden Hypoxie (IH) ausgesetzt sind. Die Studie ergab, dass die Kombination einer partiellen normoxischen Erholung mit dem Senolytikum Navitoclax (NAV) die Schläfrigkeit während der Dunkelphase – übliche Schlafzeit für Nagetiere – deutlich reduzierte. Die kombinierte Therapie verbesserte auch die kognitiven Funktionen. Diese Ergebnisse wurden mit alleiniger Anwendung der CPAP nicht erreicht. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Reversibilität der durch OSA verursachten Organerkrankungen über die Normalisierung der Oxygenierungsmuster hinausgeht“, so David Gozal David M.D. von der Marshall University Joan C. Edwards School of Medicine, Huntington (USA) und korrespondierender Autor der Studie. Gozal zufolge scheint die gezielte Beeinflussung der beschleunigten Seneszenz ein vielversprechender Ansatz zu sein, um Therapieergebnisse für OSA-Patienten zu verbessern. „In unserem präklinischen Modell der OSA wird deutlich, dass die Wiederherstellung normaler Oxygenierungsmuster, wie sie bei herkömmlichen Behandlungen, insbesondere der kontinuierliche positive Atemwegsdruck, zu beobachten sind, mit Blick auf die Vorbeugung oder Reduzierung zahlreicher Dysfunktionen der Endorgane nicht wirksam ist“, so Mohammad Badran, Ph.D., Assistenzprofessor an der University of Missouri School of Medicine. „Adjuvante Therapien, in diesem Fall Senolytika, haben das Potenzial, wertvolle und wirksame Behandlungen zu werden, die auf OSA-bedingte Erkrankungen abzielen.“ Darüber hinaus zeigt die Therapie positive Effekte auf die Funktion der Koronararterien, den Glukose- und Lipidmetabolismus und reduzierte die intestinale Permeabilität. Die Kombination aus simulierter CPAP-Therapie mit hoher Adhärenz und NAV reduzierte die Seneszenz in verschiedenen Organen, was auf ein mögliche Umkehrung OSA-induzierter Zellalterungsprozesse hindeutet. Den Autoren zufolge könnten ihre Ergebnisse neue Wege zum Verständnis der schädlichen Prozesse aufzeigen, die an OSA-assoziierten Krankheiten beteiligt und liefert neue Ansätze zur Umkehr vielfältiger Auswirkungen der OSA auf die Gesundheit. Bis zur Anwendung beim Menschen sei es noch ein weiter Weg: Zunächst müssten sichere Senolytika entwickelt werden, die speziell auf OSA ausgerichtet sind. Außerdem sind klinische Studien erforderlich, um diese Erkenntnisse am Menschen zu validieren und mögliche Anwendungen im Bereich der Schlafmedizin zu erforschen.
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