Grundstein gelegt: Neues Forschungsgebäude für Schwerpunkte Inflammation, Infektion und Immunität in Hamburg27. September 2021 Ansicht des geplanten Neubaus Campus Forschung II | Hamburg Center for Translational Immunology (HCTI). Architect: HDR Germany (Abbildung: © Hansinok Studio) Im Beisein von Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank wurde in der vergangenen Woche im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) der Grundstein für zwei innovative Forschungszentren unter einem Dach gelegt: Für den Campus Forschung II und das Hamburg Center for Translational Immunology (HCTI). Die Zentren sind mit rund 150 Laboreinheiten optimal geeignet für die grundlagenwissenschaftliche und klinisch orientierte Immunitäts-, Infektions- und Entzündungsforschung im UKE. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 vorgesehen. Rund 480 Labor- und Büroarbeitsplätze für 20 Arbeitsgruppen sind im Campus Forschung II vorgesehen, etwa 200 Plätze für 13 wissenschaftliche Gruppen werden im Hamburg Center for Translational Immunology (HCTI) neu geschaffen. „Das neue Forschungsgebäude ist für das UKE nicht nur ein weiterer Baustein unseres Zukunftsplans 2050. Es unterstreicht vielmehr eindrucksvoll unsere dynamische Entwicklung in Wissenschaft und Forschung. Ebenso bietet der Neubau räumlich beste Bedingungen für die interdisziplinär forschenden und translational orientierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Wir danken der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Bund für die großzügige Unterstützung“, sagt Prof. Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE. Forschung für Patient:innen mit Infektionen, Entzündungen und immunologischen Erkrankungen Das Gebäude auf dem Platz der alten Kinderklinik beinhaltet zwei Teile: Der nördliche Flügel ist dem Campus Forschung II vorbehalten, der südliche dem HCTI. „Mit diesen neuen Möglichkeiten für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstreichen wir unser Bestreben, neben der weiteren Förderung der exzellenten Immunitäts- und Entzündungsforschung auch die eng verknüpfte Infektionsforschung zu einem Leuchtturm im UKE auszubauen“, betont Prof. Blanche Schwappach-Pignataro, Dekanin der medizinischen Fakultät und Mitglied im Vorstand des UKE. Am Campus Forschung II arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um ein verbessertes Verständnis für die Entstehung und die Entwicklung von Entzündungs- und Infektionsprozessen zu erhalten. Diese Forschungen tragen dazu bei, neue Optionen für die Diagnostik und Therapie von entzündlichen und infektiösen Krankheitsbildern zu entwickeln. Am Center for Translational Immunology (HCTI) wird der translationale Ansatz verfolgt. Das heißt, die Forscherinnen und Forscher bearbeiten konkrete wissenschaftliche Fragestellungen, die sich aus dem klinischen Alltag ergeben. Die Ergebnisse aus ihrer immunologischen Grundlagenforschung werden wiederum auf die Anwendung in Prävention, Diagnostik und Therapie von entzündlichen Erkrankungen überprüft und fließen zurück in die Gesundheitsversorgung. „Mit dem neuen Gebäude und der passgenauen Ausstattung der Forschungslabore verbessern sich die Rahmenbedingungen für die Forschung am UKE deutlich“, erläutert Prof. Martin Aepfelbacher, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene, der gemeinsam mit Prof. Ulf Panzer, III. Medizinische Klinik und Sprecher des HCTI, die inhaltliche Ausgestaltung der neuen Forschungszentren plant. Ein Bau für die Medizin der Zukunft Die Arbeiten zum Neubau liegen im Zeitplan. Bis Ende dieses Jahres wird das Untergeschoss fertig sein, bis zum 3. Quartal 2022 folgen die Rohbauarbeiten der weiteren Geschosse und ab Mitte 2022 soll mit den Ausbauarbeiten begonnen werden. Die Bruttogeschossfläche des sechsstöckigen Gebäudes beläuft sich auf rund 18.000 Quadratmeter und verteilt sich auf zwei Untergeschosse, fünf Obergeschosse und ein Staffelgeschoss. Eine Besonderheit mussten die Planer der Klinik Facility Management Eppendorf GmbH (KFE) des UKE bei der Konzeption berücksichtigen: Die geplante U-Bahnlinie 5, die auf dem UKE-Campus eine eigene Haltestelle bekommen soll, fährt dann genau unter dem Forschungsgebäude durch. Um dadurch auftretende Erschütterungen und elektromagnetische Differenzen zu vermeiden, muss ein Teil der hochempfindlichen Forschungsgeräte auf Federn gelagert und auf 25 Tonnen schwere Betonklötze gestellt werden. Nur so kann eine erschütterungsfreie Forschungsinfrastruktur sichergestellt werden. Die Baukosten werden mit etwa 91 Millionen Euro veranschlagt, von denen der Bund rund 22,7 Millionen Euro für das HCTI übernimmt. Die weitere Finanzierung erfolgt über das Mieter-Vermieter-Modell.
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