Gynäkomastie: Inzidenz hat zugenommen4. November 2020 © koldunova_anna – stock.adobe.com (Symbolbild) Gynäkomastie, die Proliferation von Brustdrüsengewebe beim Mann, ist eine häufige, aber wenig untersuchte Erkrankung. Die verfügbaren Prävalenzdaten basieren auf ausgewählten Patientenpopulationen oder Autopsiefällen mit ihrer inhärenten Verzerrung. Ziel einer bevölkerungsbasierten Studie aus Dänemark war es, die altersbedingte Inzidenz und die Trends bei Gynäkomastie in der Allgemeinbevölkerung zu bewerten. Zu den Studienteilnehmern gehörten alle dänischen Männer (Alter 0–80 Jahre) mit der Erstdiagnose Gynäkomastie. Insgesamt wurden innerhalb des 20-jährigen Studienzeitraums insgesamt 17.601 Männer mit der Diagnose Gynäkomastie registriert, was 880 Neuerkrankungen pro Jahr und einer durchschnittlichen 20-Jahres-Inzidenz von 3,4 pro 10.000 Männer entspricht. Die durchschnittliche jährliche Inzidenz betrug 6,5/10.000 bei postpubertären Männern im Alter von 16–20 Jahren und 4,6/10.000 bei Männern im Alter von 61–80 Jahren. Dies bedeutet ein 5- bzw. 11-facher Gesamtanstieg in diesen beiden Altersgruppen innerhalb der Beobachtungszeitraumes von 20 Jahren. Fazit Die Inzidenz von Gynäkomastie hat in den letzten 20 Jahren zugenommen, was bedeutet, dass sich die endogene oder exogene Sexualsteroid-Umgebung verändert haben muss. Diese Umweltfaktoren sind auch mit anderen gesundheitsschädlichen Folgen assoziiert, wie z.B. einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs, metabolischem Syndrom, T2D oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (rl) Autoren: Koch T et al. Korrespondenz: Anders Juul; [email protected] Studie: Marked Increase in Incident Gynecomastia: A 20-Year National Registry Study, 1998 to 2017 Quelle: J Clin Endocrinol Metab 2020, 1. Oktober;105(10):dgaa440. Web: https://doi.org/10.1210/clinem/dgaa440
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