HÄPPI: Hausärzte testen neue Versorgungskonzepte

Versorgung in der Hausarztpraxis
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Hausärzte sollen nach dem Willen der Bundesregierung mehr Aufgaben übernehmen. Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) hält die Versorgung der Patienten durch Allgemeinärzte in den kommenden Jahren für gesichert.

Die Zahl der Facharzt-Prüfungen im Fach Allgemeinmedizin habe sich in Bayern seit 2010 auf knapp 400 im Jahr 2025 vervierfacht, berichtete der Verband vor seinem Jahrestreffen in Regensburg. Der Vorsitzende Wolfgang Ritter sieht die Hausarztpraxen insgesamt gut vorbereitet für zusätzliche Aufgaben, die die Bundesregierung ihnen übertragen will. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist ein sogenanntes „verbindliches Primärarztsystem“ festgeschrieben. Dabei sollen Hausarztpraxen eine zentrale Rolle spielen.

Um weitere Aufgaben in der Patientenversorgung übernehmen zu können, würden die Hausarztpraxen eigene neue Konzepte entwickeln, erklärte Ritter. In einem Projekt namens „Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung interprofessionell (HÄPPI)“ wird das Praxispersonal fortgebildet, um Kranke intensiver betreuen zu können. Außerdem werde ein größerer Schwerpunkt auf Digitalisierung gelegt. Erfahrungen mit 44 „HÄPPI-Praxen“ in Baden-Württemberg seien durchweg positiv, sagte Ritter. In Bayern läuft seit einem halben Jahr eine Erprobung in neun HÄPPI-Praxen.