Häufigkeit vestibulärer Diagnosen29. November 2019 Foto: ©tampakto/Adobe Stock Ein aktuelles Review hat die Zusammenhänge und Wechselwirkungen vestibulärer Erkrankungen analysiert und stellt Zusammenhänge verschiedener Ätiologien dar. Basierend auf populationsbasierten Untersuchungen zur Prävalenz von Schwindel kann die Aussage getroffen werden, dass Patienten, die in auf diese Symptomatik spezialisierten Kliniken vorstellig werden, lediglich eine vestibuläre Diagnose erhalten. Die verfügbare Literatur unterstütze aber laut den Autoren einer aktuellen Untersuchung die Annahme, dass verschiedene vestibuläre Erkrankungen in Wechselwirkung stehen und häufig unterdiagnostiziert bleiben. Angesichts der Komplexität und Vielfalt dieser Wechselwirkungen schlagen die Autoren der vorliegenden Studie einen stärker inklusiven konzeptionellen Rahmen für vestibuläre Erkrankungen vor, der explizit das Netz an Zusammenhängen berücksichtigt und zu besseren Differenzialdiagnosen beiträgt. Anhand der in PubMed verfügbaren Artikel verfassten Otolaryngologen der University of California eine Übersichtsarbeit. Es wurden nur solche Arbeiten berücksichtigt, die die Patientenkohorte exakt definierten und bei der die Patienten eine spezifische vestibuläre Diagnose erhielten. Die Zusammenhänge und Wechselwirkungen der vestibulären Erkrankungen wurden analysiert und in einer konzeptionellen Rahmenstruktur platziert. Der Anteil der Patienten, die nach gegenwärtigem Stand der Literatur mehr als eine vestibuläre Diagnose in auf Schwindel spezialisierten Kliniken/Abteilungen erhalten, liegt bei 3,7 % (1263/33.968 Patienten). Die häufigsten vestibulären Diagnosen, die in diesen Kliniken gestellt werden, lauten auf benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel, vestibuläre Migräne, Neuritis vestibularis und Morbus Menière. Das Review der zu dem Thema vorhandenen wissenschaftlichen Literatur ergebe ein komplexes Netz von Zusammenhängen verschiedener vestibulärer Erkrankungen, schreiben die Autoren im Fazit, zu denen auch die bilaterale Vestibulopathie, die Bogengangsdehiszenz, der persistierend wahrgenommene Schwankschwindel (persistent postural perceptual dizziness, PPPD) zählen; Angsstörungen, Kopfverletzungen und altersbedingte Erkrankungen stünden ebenfalls in diesem Zusammenhang. (am)
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