Hamburger Forschungspreis für Alternativen zu Tierversuchen

Für die Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen hat die Stadt Hamburg zum zweiten Mal einen mit 20.000 Euro dotierten Preis ausgelobt.

“In Deutschland werden immer noch zu viele Tierversuche durchgeführt, weil keine anderen Methoden zur Verfügung stehen”, erklärte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) ergänzte: “Mit der Verleihung des Preises wollen wir den Fortschritt in der Medizin und gleichzeitig den Tierschutz aktiv vorantreiben.”

Der erste Forschungspreis war 2016 an den Biomedizin-Professor Marcel Leist von der Universität Konstanz und an Christoph Weidner, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesinstitut für Risikobewertung, vergeben worden. Leist untersucht die Wirkung von Giften auf Nervenzellen mit Hilfe menschlicher Zellkulturen. Weidner entwickelte ein Verfahren, wie Tierversuche durch eine effektivere Auswertung von Daten reduziert werden können.

Im Jahr 2016 wurden in Hamburg 166.125 Tiere bei wissenschaftlichen Versuchen eingesetzt. Davon waren fast 100.000 Mäuse und gut 63.000 Ratten. Andere Tierarten tauchen in der Statistik nur mit sehr geringen Zahlen auf, Affen wurden überhaupt nicht eingesetzt. Die Statistik für 2017 soll erst Ende dieses Jahres veröffentlicht werden. Auf dem Gelände des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) wird derzeit ein neues Gebäude für Versuchstiere gebaut. Es soll bis 2021 fertig sein und rund 31 Millionen Euro kosten. (dpa)

 

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