Handverletzungen an Silvester vermeiden!30. Dezember 2019 Foto: ©complize | M.Martins /Adobe Stock An keinem anderen Tag im Jahr erleiden so viele Menschen Handverletzungen wie an Silvester. Die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rufen deshalb zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Feuerwerk auf und geben Tipps für ein sicheres Silvestervergnügen. Rund 50 bis 60 schwere Handverletzungen behandeln Handchirurgen in einem großstädtischen Krankenhaus jedes Jahr in der Silvesternacht. Die meisten Patienten sind junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren, eine weitere Risikogruppe bilden 50- bis 60-jährige Männer. „Die Patienten kommen mit abgetrennten Fingern, Verbrennungen, Frakturen und Weichteilverletzungen an den Händen“, berichtet Dr. Berthold Bickert, Leitender Arzt der Sektion Handchirurgie an der BG Unfallklinik Ludwigshafen und Präsident der DGH. „Oft sind die Verletzungen so schwer, dass die Patienten trotz schneller ärztlicher Hilfe und erfolgreicher rekonstruktiver Eingriffe irreversible Schäden davontragen.“ Denn die komplexe Struktur aus Muskeln, Sehnen, Nerven und Knochen ermöglicht der menschlichen Hand nicht nur besondere Fähigkeiten wie Greifen oder Halten, sondern macht sie auch sehr verletzungsanfällig. Aus Sicht von Handchirurgen und Unfallchirurgen wären viele Handverletzungen an Silvester vermeidbar, wenn einfache Regeln beachtet würden. „Am besten verwendet man nur geprüfte und zertifizierte Feuerwerkskörper, die nicht in der Hand gezündet werden müssen“, sagt Prof. Dr. Paul A. Grützner, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie an der BG Klinik Ludwigshafen und Präsident der DGOU. Auch kleine Verletzungen wie leichte Verbrennungen sollten nicht unterschätzt werden: Sie können unbehandelt Narbenkontrakturen mit Bewegungseinschränkungen zur Folge haben. Darum sollte man sicherheitshalber auch mit einer kleinen Wunde an der Hand einen Handchirurgen aufsuchen. Tipps der Fachgesellschaften DGH und DGOU für sicheres Böllern Nur Produkte mit CE-Zeichen und BAM-Prüfnummer verwendenFeuerwerkskörper nach Anweisung nutzen und nicht damit „experimentieren“Keine illegalen oder selbst hergestellten Böller verwendenFeuerwerkskörper nie am Körper tragen, verschlossen und in sicherem Abstand lagernKeine Böller für Kinder und Jugendliche! Sie verletzen sich oft besonders schwer.Nicht explodierte Böller nicht noch einmal zünden und am besten sofort entsorgen – dies schützt auch Kinder und Jugendliche, die Blindgänger sammeln und nachzünden.Nicht in alkoholisiertem Zustand böllern. Denn Alkohol macht unvorsichtig!
Mehr erfahren zu: "Mutterschutz im OP: BDA veröffentlicht aktualisierte Empfehlung und Checkliste" Mutterschutz im OP: BDA veröffentlicht aktualisierte Empfehlung und Checkliste Zum Internationalen Frauentag stärkt der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA) mit neuen Empfehlungen und einer Checkliste schwangere und stillende Ärztinnen im Operationssaal.
Mehr erfahren zu: "Erwartung nach Schulter-Behandlung: Alltag ist für Frauen wichtiger, Sport für Männer" Erwartung nach Schulter-Behandlung: Alltag ist für Frauen wichtiger, Sport für Männer Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März fordert die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) Geschlechterunterschiede in der Medizin stärker zu berücksichtigen.
Mehr erfahren zu: "Umbrella-Review: Opioide lindern viele akute Schmerzen nur kurzfristig" Umbrella-Review: Opioide lindern viele akute Schmerzen nur kurzfristig Eine neue Übersicht über 59 systematische Reviews verdeutlicht, dass Opioide bei vielen akuten Schmerzzuständen nur eine geringe und kurzfristige Linderung bewirken – bei einigen zeigen sie keinen klaren Vorteil gegenüber […]