Handverletzungen in Haus und Garten12. September 2018 Foto: © ehrenberg-bilder – Fotolia.com Die aktuelle Aktion “Schütz’ deine Hände” der DGH in Kooperation mit der DGU dient der Prävention von Handverletzungen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) verletzen sich in Deutschland jedes Jahr rund 300.000 Menschen beim Heimwerken – die meisten an den Händen und Fingern. Es treten Schnitt- und Stichwunden, Quetschungen und Brüche auf, aber auch abgetrennte Finger und Fingerkuppen. Dabei ließen sich die meisten Verletzungen einfach vermeiden, wenn Sicherheits-Tipps berücksichtigt würden. Darauf weist die aktuelle Aktion „Schütz‘ deine Hände“ mit einer Broschüre hin, die die DGH in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) entwickelt hat. Hammer, Bohrer, Sägen und Scheren kommen beim Heimwerken zum Einsatz und können vor allem für die Hände gefährlich werden. Dabei gehören Schnitt- und Stichwunden, die beim Einsatz von Messern und Klingen entstehen, zu den häufigsten Verletzungen, dicht gefolgt von Verletzungen beim Umgang mit Sägen, Handkreissägen und Rasenmähern. Grundsätzlich können dabei leichte Schnitte oder Stiche von den Betroffenen selbst versorgt werden, indem die Wunde unter fließendem Wasser gereinigt und dann steril verbunden wird. „Wenn es aber zu klaffenden Wunden kommt, die Wunde stark schmerzt, blutet oder Bewegungsstörungen auftreten, sollten Patienten unbedingt ein Krankenhaus aufsuchen“, sagt Prof. med. Joachim Windolf, der als Kongresspräsident des DKOU 2018 die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) vertritt. Wer Verletzungen bagatellisiert und nicht zum Spezialisten geht, riskiert unter Umständen, dass bleibende Schäden mit dauerhaften Funktionseinschränkungen der Hand zurückbleiben – was sogar eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben kann. „Da unsere Hand außerordentlich komplex ist, können auch vermeintlich harmlose Verletzungen zu langfristigen Folgen führen“, erläutert Dr. Walter Schäfer, Präsident der DGH. „Handchirurgen sind darauf spezialisiert, Verletzungen und Erkrankungen der Hand richtig zu diagnostizieren und zu versorgen“. So erlernen Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie in der dreijährigen Zusatzausbildung zum Handchirurgen nicht nur das Skalpell korrekt zu führen, sondern auch konservative Behandlungsmöglichkeiten der Hand bis hin zur Nachsorge und Reha. Doch damit es gar nicht erst zu Verletzungen kommt, könnten Heimwerker einiges tun, wie beide Experten betonen. Konkrete Tipps gibt die Broschüre „Schütz‘ deine Hände“, die die DGH in Kooperation mit der DGU erstellt hat: Nehmen Sie sich Zeit: Viele Unfälle geschehen durch Hektik. Verwenden Sie für die jeweilige Arbeit geeignete Arbeitshandschuhe in der richtigen Größe. Tragen Sie hingegen niemals Handschuhe, wenn Sie mit Kreissägen oder Bohrmaschinen arbeiten – sie können vom rotierenden Werkzeug erfasst werden und erhöhen daher das Verletzungsrisiko. Verwenden Sie gutes Werkzeug. Stumpfe und abgenutzte Geräte erhöhen die Verletzungsgefahr. Beachten Sie die Gebrauchsanweisung der Geräte und nehmen Sie sich Zeit, sich mit ihnen vertraut zu machen. Überprüfen Sie vor Gebrauch, ob Griff und Schutzeinrichtungen noch festsitzen. Entfernen Sie niemals Schutzvorrichtungen am Gerät. Verwenden Sie Werkzeuge nur für den vorgesehenen Zweck. Lassen Sie rotierende Werkzeuge vollständig zum Stillstand kommen, bevor Sie sie ablegen oder reinigen.
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