Hans Georg Näder erhält höchste Auszeichnung der Orthopädie-Technik

Hans Georg Näder (Bild: obs/Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik/Ottobock)

In Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste im Bereich der Orthopädie-Technik wurde Prof. Hans Georg Näder die Heine-Hessing-Medaille in Gold verliehen.

Heine-Hessing-Medaille. (Bild: obs/Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik/BIV-OT/Gremm)

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Ottobock-Firmenjubiläum und der Eröffnung der Ausstellung “Vom Start-up zum Weltmarkführer – 100 Jahre Ottobock” in der Kunsthalle HGN überreichte Klaus-Jürgen Lotz, Präsident des preisstiftenden Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT), die Medaille, die die höchste Auszeichnung des Spitzenverbandes der Orthopädie-Technik ist, an Näder.

Lotz unterstrich die persönlichen Leistungen von Näder: “Ohne der Firma, den Mitarbeitern und allen am Erfolg des Unternehmens Beteiligten etwas abzusprechen, es war und ist die Person Hans Georg Näder, die den Motor der Innovation antreibt; er lebt und liebt die Revolution.” Bei aller Revolution sei er dabei “immer Ansprechpartner geblieben, der sich immer dem Dialog und der gemeinsamen Fortentwicklung der Branche verpflichtet weiß – auch und gerade wenn man unterschiedlicher Meinung ist.”

“Manchmal muss man als Unternehmer Dinge tun, die nicht gleich für die Partner verständlich sind”, erklärte Näder. “Wenn wir als Ottobock über digitale Transformation sprechen, dann ist das vielleicht für das Gesundheitshandwerk nicht immer gleich übersetzbar. Deswegen ist der Dialog so wichtig.” Er unterstrich die gemeinsamen Leistungen in der Orthopädie-Technik, sowohl in der Vergangenheit wie für die Zukunft. Man habe gemeinsam die Orthopädie-Technik entwickelt, sodass man heute von “Normalität” statt “Inklusion” sprechen könne. Aus einem vielleicht vor 20 Jahren noch leicht angestaubten Fach sei ein Zukunftshandwerk geworden, betonte Näder.

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Leistungen des Unternehmers während des Festaktes im Historischen Rathaus als “Paradebeispiel für Mittelstand und Familienunternehmen” gewürdigt, das mit seinen orthopädie-technischen Entwicklungen dem Menschen diene. Ins Zentrum ihrer Rede stellte auch sie die Herausforderungen der Digitalisierung: Man befinde sich global mitten in einer “Transformationsphase, einer neuen Stufe des wirtschaftlichen Geschehens, die mit Entwicklungen wie dem Buchdruck oder der Industrialisierung gleichgesetzt werden kann. In solchen Zeiten werden Vormachtstellungen neu verteilt. Sie müssen neu erkämpft werden.” Hier gelte es für die Unternehmen mit “Qualität und Geschwindigkeit” zu agieren.

Zum Preisträger:
Näder, 1961 in Duderstadt geboren, übernahm im Alter von 28 Jahren die Firmenleitung von seinem Vater Max Näder, der als Schwiegersohn des Unternehmensgründers Otto Bock, von 1947 bis 1990 die Geschicke der Firma leitete. Anders als Vater und Großvater absolvierte Hans Georg Näder keine handwerkliche Ausbildung, sondern absolvierte an der Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg, ein Studium der Betriebswirtschaftslehre.

Seit 1988 engagiert sich Näder für die Paralympischen Spiele, deren Hauptsponsor die Firma seither ist. Gleichberechtigung und Teilhabe stehen auch im Mittelpunkt der 2015 gegründeten Ottobock Global Foundation, deren Vorsitzender er ist. 

Außerdem setzt sich Hans Georg Näder in vielerlei Funktion für die Weiterentwicklung der Technischen Orthopädie am Standort Deutschland ein und hat zahlreiche Posten jenseits der Technischen Orthopädie inne.

Näder ist der 28. Preisträger der Heine-Hessing-Medaille. Die Statuten des BIV-OT legen fest, dass stets nur maximal 15 lebende Personen die Medaille besitzen dürfen. Die Wahl wird in geheimer Abstimmung des Gesamtvorstandes entschieden.

Übersicht über die Heine-Hessing-Medaille und ihre Träger unter http://ots.de/B0gPzd