Harnwegsinfektionen bei Leukämie: Suche nach neuen therapeutischen Zielen

E.-coli-Bakterien können Harnwegsinfektionen auslösen. Grafik (KI-generiert): Alla – stock.adobe.com

Ein neues Forschungsprojekt Projekt an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen untersucht neue Ansatzpunkte zur Therapie von Harnwegsinfektionen bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL).

Harnwegsinfektionen werden durch Bakterien verursacht, z.B. durch hämolytische uropathogene Escherichia coli (UPEC). Besonders anfällig für Harnwegsinfektionen sind Patienten mit CLL, der häufigsten Form von Leukämie. Ein wichtiger Bestandteil der körpereigenen Abwehr bildet das Harnblasenepithel, das als oberste Zellschicht eine physische Barriere gegen die Infektion darstellt. Je nachdem, wie gut die Harnblasenepithelzellen bei einer Infektion wachsen, kann die Infektion besser oder schlechter abgewehrt werden.

 Welche Faktoren die Zellteilung und das Wachstum beeinflussen, soll in einem neuen Projekt an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, untersucht werden. Prof. Daniel Engel, Leiter der Abteilung für Immundynamik am Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung, vermutet, dass das Protein Thrombospondin-1 (TSP1) eine ganz entscheidende Rolle für das Wachstum der Blasenepithelzellen spielt.

„Wir werden analysieren, ob und wie TSP1 die urotheliale Proliferation bei chronischer lymphatischer Leukämie und Harnwegsinfektionen reguliert“, erklärt Engel. Man weiß bereits, dass TSP1 für die Sekretion des Tumorwachstumsfaktor b (TGF-b) entscheidend ist. Die Forschenden hoffen nun, dass die TSP1-vermittelte Produktion von TGF-b sich als geeignetes therapeutisches Ziel herausstellt, um bakterielle Infektionen bei Patienten mit CLL zu reduzieren. Die DFG unterstützt das Forschungsvorhaben mit Fördermitteln in Höhe von rund 300.000 €.

(Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen / ms)