Hausbesuche auf dem Land aufwendiger als in der Stadt7. März 2019 © DOC RABE Media – fotolia.com Die Arbeitsbelastung bei Hausbesuchen hängt stark vom regionalen Standort der Praxis ab, so das Ergebnis einer in Sachsen durchgeführten Studie. Danach sind Anzahl und Dauer der Hausarztbesuche in ländlichen Gegenden am höchsten. Aufgrund des fortschreitenden demografischen Wandels und einer Land-Stadt-Migration kann von erheblichen regionalen Unterschieden in der Versorgung ausgegangen werden. Doch es fehlt an zuverlässigen Daten über die derzeitige Bereitstellung von Hausbesuchen und darüber, wie ihre organisatorischen Abläufe in Zukunft sichergestellt werden können. Ziel der Studie einer Arbeitsgruppe aus Dresden war es daher, die durchschnittliche Arbeitsbelastung von Hausärzten bei Hausbesuchen zu beschreiben und die Unterschiede zwischen Land und Stadt zu vergleichen. Die Querschnittstudie wurde über einen Zeitraum von 12 Monaten in Sachsen im Rahmen des fünften Projekts der Sächsischen Epidemiologischen Studien in der Allgemeinmedizin (SESAM-5) durchgeführt. Eine Woche lang dokumentierten Hausärzte jeden Hausbesuch und beantworteten Fragebögen zu soziodemografischen, organisatorischen und klinischen Besonderheiten. Nach gemeinsamen Kategorisierungen in empirischen Studien wurden vier regionale Gruppen (ländlich, halbländlich, halbstädtisch, städtisch) analysiert und durch nichtparametrische Tests verglichen. Die Stichprobe umfasste 253 sächsische Hausarztpraxen von denen 3673 Hausbesuche dokumentiert und ausgewertet wurden. Durchschnittlich wurden 14,5 Hausbesuche pro Woche mit einer durchschnittlichen Dauer von knapp 28 Minuten durchgeführt. Die durchschnittliche Häufigkeit, die Gesamtdauer und die wöchentliche Arbeitsbelastung von Hausbesuchen nahmen mit zunehmender Einwohnerzahl ab und waren in ländlichen Gebieten deutlich höher als in städtischen Regionen. Nach dem Vergleich der regionalen Gebiete zeigten Anzahl und Gesamtdauer je Hausbesuch signifikante Unterschiede zwischen den Regionen: 8,2 Stunden (ländlich), 7 Stunden (halbländlich), 6,6 Stunden (halbstädtisch) und 5 Stunden (Stadt). Fazit Die Studienautoren regen an, Strategien zum Abbau regionaler Unterschiede zur Sicherstellung der zukünftigen Versorgung in den deutschen wie auch vergleichbaren Gesundheitssystemen zu diskutieren und beispielsweise über finanzielle Anreize nachzudenken. (isch) Autoren: Pochert M et al. Korrespondenz: Department of General Practice/Medical Clinic III, University Hospital Carl Gustav Carus of the Technische Universität Dresden, Fetscherstraße 74, 01307 Dresden Studie: The workload for home visits by German family practitioners: an analysis of regional variation in a cross-sectional study Quelle: BMC Family Practice2019;20:3 (epub 4.1.2019) Web: https://doi.org/10.1186/s12875-018-0891-6