Hausstaubmilben-Extrakte in Tiermodellen: Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit

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Hausstaubmilben (HDM) werden oft in Tiermodellen allergischer Atemwegserkrankungen eingesetzt. Da sich die HDM-Extrakte hinsichtlich Allergenkonzentration und Endotoxinverunreinigung unterscheiden, muss das Modell für jede Charge optimiert werden

Ein niederländisches Forschungsteam validierte nun sein murines Modell mit einer neuen Charge eines HDM-Extraktes und verglich unterschiedliche Applikationsdosen. Variationen in der Zusammensetzung und Dosierung des HDM-Extraktes führten bei den Mäusen zu unterschiedlichen Entzündungs- und Immunreaktionen, so ihr Ergebnis. Insgesamt induzierte das Hochdosisprotokoll, basierend auf dem Eosinophilen- und Lymphozyteninflux in die bronchoalveoläre Lavageflüssigkeit (BALF), am effektivsten eine HDM induzierte akute allergische Atemwegsentzündung.

Man untersuchte drei HDM-Extrakte, HDM1 (vorherige Charge), HDM2 und HDM3, mit unterschiedlichen Der-p-1-Konzentrationen (33,7, 71,4 und 9,0 mg/g Protein) und Endotoxinspiegeln (94,8, 53,9 und 24,7 Endotoxin-Einheiten/g Protein). Männliche BALB/c-Mäuse wurden intranasal an Tag 0 mit 1 µg (HDMlow) oder 5 µg (HDMhigh) sensibilisiert und an den Tagen 7–11 mit 10 µg (HDMlow) beziehungsweise 15 µg (HDMhigh) desselben HDM-Extraktes gereizt. Lungengewebe, BALF und Serum entnahmen die Wissenschaftler an Tag 14.

Ex-vivo-HDM-Restimulationstext: Nützlich zur Unterscheidung von Chargen HDM-Extrakten

Die Auswertung ergab für die hohen Dosen aller Extrakte einen signifikant gesteigerten Gesamtzellinflux in die BALF, einschließlich Eosinophilen und Lymphozyten. Auch die Häufigkeit von TH2- und CD69+ TH2 Zellen in der Lunge war signifikant erhöht.

Die Induktion von Eosinophilen und Lymphozyten variierte zwischen den Extrakten (6–17 × 104 bzw. 3–8 × 104 Zellen). HDM3high tendierte dazu (p  <  0,1), die Serumspiegel von HDM-spezifischem Immunglobulin E zu erhöhen. Nach Ex-vivo-HDM-Restimulation von Lungenzellen zeigten beim Vergleich von HDM3high mit HDM2high nur Zellen von HDM3high-behandelten Mäusen eine gesteigerte Produktion der TH2 assoziierten Zytokine Interleukin[IL] 5 und IL 13. Der Ex-vivo-HDM-Restimulationstest erwies sich laut den Autoren der Publikation in „Respiratory Research“ bei der Unterscheidung zwischen verschiedenen HDM-Chargen als nützlich. Der Grund:  Nur HDM3 erhöhte die Zytokinproduktion, obwohl er die niedrigsten Der-p-1- und Endotoxinspiegel aufwies. (ins/BIERMANN)