Hautkrebs: Ansteigende Belastung in wohlhabenden Ländern

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Dermatologen der Chongqing Medical University in China untersuchten die globale Krankheitslast durch Hautkrebs bei Erwachsenen ≥65 Jahren im Zeitraum von 1990–2021 und ergänzten ihre Analyse durch eine Projektion bis ins Jahr 2050. Ihr Ergebnis: In der älteren Bevölkerung sind insbesondere Männer und Personen aus Ländern mit einem hohen soziodemografischen Index (SDI) einer erheblich ansteigenden Belastung durch Hautkrebs ausgesetzt.

Für die Beobachtungsstudie wertete das Team bevölkerungs­basierte Registerdaten aus der Global Burden of Diseases Study 2021 aus. Die Datenbank umfasst 204 Länder und Territorien und gewährleistet somit eine weltweite Anwendbarkeit der Ergebnisse. Die Datenanalyse erfolgte im Zeitraum vom 9. Juni 2024 bis zum 18. Februar 2025. Altersstandardisierte Raten für Prävalenz, Inzidenz, Mortalität und durch Behinderung adjustierte Lebensjahre (DALYs) wurden pro 100.000 Einwohner berechnet. Für das Jahr 2050 berechneten die Forschenden geschätzte Raten der Krankheitslast.

Weltweit wurden für das Jahr 2021 schätzungsweise 153.993 Melanom-Fälle, 1.463.424 Fälle von Plattenepithelkarzinomen (SCC) und 2.802.354 Fälle von Basalzellkarzinomen (BCC) gemeldet. Dabei hatte das SCC die höchste altersstandardisierte Prävalenzrate (236,91/100.000; 95%-Unsicherheitsintervall [UI] 188,23–303,82), Sterblichkeitsrate (6,16/100.000; 95%-UI 5,13–6,87) und DALY-Rate (95,50/100.000; 95%-UI 81,65–106,39). Das BCC zeigte die höchste Inzidenzrate (371,97/100.000; 95%-UI 310,75–439,58).

Im Beobachtungszeitraum zeigte die globale Hautkrebsbelastung älterer Menschen einen insgesamt steigenden Trend. Als Hauptverursacher dieses Anstiegs identifizierten die Forschenden das Bevölkerungswachstum. Die Krankheitslast war bei Männern deutlich höher als bei Frauen. So hatten Männer u.a. eine fast 230% höhere SCC-bedingte Inzidenzrate als Frauen.

Bei der Betrachtung gesundheitlicher Ungleichheiten ergab die Analyse, dass Länder mit höherem SDI eine unverhältnismäßig größere Last tragen. Länder mit hohem SDI-Wert wiesen die höchsten altersstandardisierten Sterblichkeitsraten (9,49/100.000) und DALYs (175,6/100.000) aufgrund von Melanomen auf, mehr als 5-mal höher als in Ländern mit niedrigem bis mittlerem SDI-Wert.

Bis 2050 werden voraussichtlich nur die Inzidenz- und Prävalenzraten von Keratinozytenkrebs (KC) sowie die mit BCC verbundenen DALY-Raten steigen. Den Projektionen zufolge werden die Melanomwerte abnehmen, und die altersstandardisierte Prävalenzrate wird voraussichtlich um bis zu 45,87% sinken.

Fazit
Trotz der relativen Unvollständigkeit der KC-Daten und fehlender Angaben zur Ethnie unterstreichen die Ergebnisse nach Ansicht der Autoren die Dringlichkeit, effektivere Präventions- und Managementstrategien für Hochrisikogruppen zu entwickeln. (ins)

Autoren: Wang R et al.
Korrespondenz: Jin Chen; ­[email protected]
Studie: Burden of Skin Cancer in Older Adults From 1990 to 2021 and Modelled Projection to 2050
Quelle: JAMA Dermatol 2025 May 21:e251276.
Web: https://doi.org/10.1001/jamadermatol.2025.1276