Hautkrebs: Kostenanalyse für Screening und Behandlung15. September 2021 © WavebreakmediaMicro – stock.adobe.com (Symbolbild) Im Jahr 2008 wurde in Deutschland ein Programm zum routinemäßigen Hautkrebsscreening (rHKS) eingeführt. Seitdem wurden seine medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen mehrfach evaluiert und kritisch diskutiert. Die Autoren vom Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) wollten die Kosten für Patienten, bei denen Hautkrebs mit vorangegangenem rHKS diagnostiziert wurde, mit denen vergleichen, die ohne vorheriges rHKS diagnostiziert wurden. Hierzu wurde eine retrospektive Beobachtungsstudie mit Leistungsdaten einer großen deutschen Krankenkasse für den Zeitraum 2013–2016 durchgeführt. Um die Kosten für Patienten mit Krebs mit und ohne rHKS zu vergleichen, fanden Entropiebilanz, Differenz-in-Differenzen-Schätzung sowie generalisierte lineare Modelle Anwendung. Außerdem wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um die Robustheit der Ergebnisse zu testen. Insgesamt wurden 12.790 Patienten mit Hautkrebs in die Analysen einbezogen, von denen 6041 bei einem rHKS diagnostiziert wurden. Die Behandlungskosten für Patienten in der Kontrollgruppe lagen um 467 Euro höher. Die Kosten für das Screening waren jedoch höher. Für alle Versicherten der Krankenkasse ergaben sich zusätzliche Kosten in Höhe von 1339–1431 Euro pro Patient mit Hautkrebs, der durch rHKS diagnostiziert wurde. Somit waren die Gesamtkosten, einschließlich der Kosten für Behandlung und Screening, bei den Patienten, bei denen die rHKS-Diagnose gestellt wurde, um 872–964 Euro höher. Fazit Diese Analyse zeigt, so die Autoren, dass das rHKS Behandlungskosten senken kann, wobei jedoch die Screeningkosten diese Einsparungen übersteigen. (am) Autoren: Krensel M et al. Korrespondenz: Magdalene Krenzel; [email protected] Studie: Costs of routine skin cancer screening in Germany: a claims data analysis Quelle: Clin Exp Dermatol 2021 Jul;46(5):842–850. Web: https://doi.org/10.1111/ced.14550