Hautmikrobiom weist früh auf atopische Erkrankungen hin

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Bestimmte mikrobielle Muster auf der Haut von Säuglingen gingen in einer Studie einer späteren Atopischen Dermatitis in Kombination mit einer Nahrungsmittelallergie voraus. Die Befunde könnten eine frühere Risikoerkennung unterstützen.

Eine in „Allergy“ veröffentlichte Studie legt nahe, dass Säuglinge, die später eine Atopische Dermatitis zusammen mit einer Nahrungsmittelallergie entwickelten, Veränderungen ihres Hautmikrobioms zeigten, lange bevor Symptome auftraten. Die Arbeit könnte dazu beitragen, gefährdete Kinder früher zu identifizieren und personalisiertere Ansätze zur frühen Risikostratifizierung zu entwickeln.

Mikrobielle Veränderungen vor der Diagnose

„Wir sahen tatsächlich Veränderungen des Hautmikrobioms bei Säuglingen, bei denen diese Erkrankungen noch nicht einmal diagnostiziert worden waren“, sagt Dr. Zeyang Shen von der Washington State University in Pullman, Washington, USA. „Das war einer der spannendsten Befunde, weil diese Veränderungen potenziell als Biomarker genutzt werden könnten, um Klinikern zu helfen, Erkrankungen früher zu diagnostizieren.“

Die Forschenden analysierten mehr als 1000 Hautabstriche von 429 Säuglingen. Den Säuglingen wurden im Alter von zwei bis drei Monaten Proben entnommen, bevor bei ihnen Atopische Dermatitis und Nahrungsmittelallergien diagnostiziert worden waren. Eine weitere Probe wurde im Alter von zwölf Monaten entnommen. Die Teilnehmer wurden außerdem auf Atopische Dermatitis, Nahrungsmittelsensibilisierung und Nahrungsmittelallergien untersucht. Die Nahrungsmittelallergie wurde anhand von oralen Nahrungsmittelprovokationen, Haut-Prick-Tests sowie der von den Eltern berichteten Aufnahme und Reaktionsanamnese diagnostiziert.

Unterschiede je nach Erkrankungskombination

Mithilfe einer fortgeschrittenen DNA-Sequenzierungstechnik konnten die Forschenden die auf der Haut der Säuglinge lebenden Mikroorganismen sowie deren genetische Funktionen identifizieren. Säuglinge, bei denen mikrobielle Veränderungen vorhanden waren, entwickelten später Atopische Dermatitis und Nahrungsmittelallergien. Dies legt nahe, dass mikrobielle Unterschiede lange vor der Manifestation der Erkrankungen entstehen könnten.

Die Arbeitsgruppe fand außerdem, dass Säuglinge mit alleiniger Atopischer Dermatitis andere Hautmikrobiomprofile aufwiesen als Säuglinge, die Atopische Dermatitis zusammen mit Nahrungsmittelallergien oder einer Nahrungsmittelsensibilisierung entwickelten. So war bei Säuglingen mit alleiniger Atopischer Dermatitis im Alter von zwölf Monaten Staphylococcus epidermidis angereichert. Bei Säuglingen mit Atopischer Dermatitis und Nahrungsmittelallergie waren Staphylococcus hominis und Lactococcus-Arten vermindert.

Darüber hinaus untersuchten die Forschenden Mutationen im FLG-Gen, die zu den stärksten bekannten genetischen Risikofaktoren für die Atopische Dermatitis zählen. Das Gen trägt zur Bildung von Filaggrin bei, einem Protein, das zur Aufrechterhaltung der Hautbarriere beiträgt. Säuglinge mit Atopischer Dermatitis, die FLG-Mutationen trugen, wiesen im Vergleich zu Nichtträgern unterschiedliche Hautmikrobiomprofile auf. Das deutet auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Genetik und Hautmikrobiom hin.

Austausch zwischen Mutter und Kind

Das Team stellte außerdem eine signifikante Übereinstimmung mikrobieller Stämme zwischen Müttern und ihren Säuglingen fest. „Die mikrobiellen Stämme werden in hohem Maße zwischen Säuglingen und ihren Müttern geteilt“, sagt Shen. „Das fügt dieser Geschichte eine weitere Ebene hinzu und legt nahe, dass die Menschen, mit denen wir zusammenleben und mit denen wir kontinuierlich Mikroorganismen austauschen, ebenfalls zu unserem Hautmikrobiom beitragen könnten.“

Obwohl zusätzliche Studien erforderlich sind, weisen die ersten Befunde darauf hin, dass die Zusammensetzung des Hautmikrobioms helfen könnte, Kinder mit einem Risiko für Haut- und allergische Erkrankungen zu identifizieren, bevor Symptome auftreten. „Heute werden diese Erkrankungen diagnostiziert, nachdem Symptome aufgetreten sind“, sagt Shen. „Wenn wir diese mikrobiellen Signale in anderen Gruppen von Kindern validieren können, könnten sie potenziell als frühe Biomarker dienen, die helfen, das Erkrankungsrisiko wesentlich früher zu identifizieren.“ (ins)