Hautreaktion bei COVID-Impfung meist keine Kontraindikation6. Januar 2023 © scaliger – stock.adobe.com (Symbolbild) Obwohl Impfungen gemeinhin als wirksame Methode zur Verhütung und Bekämpfung der COVID-19-Pandemie anerkannt sind, sind viele Menschen wegen möglicher Hautnebenwirkungen besorgt, wodurch eine Impfung verzögert oder verhindert werden kann. Ziel einer systematischen Übersichtsarbeit war es, die globale Prävalenz und die klinischen Manifestationen von Hautnebenwirkungen nach einer COVID-19-Impfung zu bewerten. Die Datenbanken PubMed und Scopus wurden nach Artikeln durchsucht, die zwischen Januar 2019 und Dezember 2021 veröffentlicht wurden. Eingeschlossen wurden Fallberichte, Fallserien, Beobachtungsstudien und randomisierte kontrollierte Studien, die Informationen über kutane Nebenwirkungen nach COVID-19-Impfungen lieferten. Insgesamt wurden 300 Studien in eine systematische Übersichtsarbeit einbezogen, von denen 32 Studien mit 946.366 Teilnehmern in die Meta-Analyse aufgenommen wurden. Die gepoolte Prävalenz von Hauterscheinungen nach einer COVID-19-Impfung betrug 3,8% (95%-KI 2,7%–5,3%). COVID-19-Impfstoffe, die auf der mRNA-Plattform basieren, wiesen mit 6,9% (95%-KI 3,8%–12,3%) eine höhere Prävalenz auf als andere Plattformen. Es wurden von verschiedene Hauterscheinungen berichtet, von Reaktionen an der Injektionsstelle, die am häufigsten auftraten (72,16%), bis hin zu seltenen, unerwünschten Reaktionen wie verzögerte Entzündungsreaktionen auf Gewebefüller (0,07%) und das Aufflammen bereits bestehender Dermatosen (0,07%). Schwere Hautreaktionen wie Anaphylaxie wurden ebenfalls berichtet, allerdings in seltenen Fällen (0,05%). Die meisten Reaktionen sind jedoch mild und stellen keine Kontraindikation für eine nachfolgende Impfung dar, mit Ausnahme der sehr selten auftretenden Anaphylaxie. Fazit Die Autoren resümieren, dass die COVID-19-Impfung mit dem Aufflammen vorbestehender Dermatosen und verzögerten Entzündungsreaktionen auf Gewebefüller einhergehen kann. Patienten mit einer Vorgeschichte von Allergien oder vorbestehenden Hauterkrankungen, oder Patienten, bei denen eine Fillerinjektion geplant ist, sollten eine zusätzliche Beratung und engere Kontrolle erhalten. (am) Autor: Washrawirul et al. Korrespondenz: Division of Dermatology, Department of Medicine, Faculty of Medicine, Chulalongkorn University, Bangkok, Thailand Studie: Global prevalence and clinical manifestations of cutaneous adverse reactions following COVID-19 vaccination: A systematic review and meta-analysis Quelle: J Eur Acad Dermatol Venereol. 2022 Nov;36(11):1947–1968. Web: https://doi.org/10.1111/jdv.18294
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