HDZ NRW erhält ein zweites MRT-Gerät

Wolfgang Burchert, Direktor des Instituts für Radiologie, Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung am HDZ NRW. Foto: Peter Hübbe

Moderne, mit entsprechender Software ausgestattete Magnetresonanztomographen (MRT) erweitern die Anwendungsmöglichkeiten der kardiovaskulären Bildgebung erheblich. Im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, wird im Januar ein zweites MRT-Gerät der neuesten Generation in Betrieb genommen.

Die Magnetresonanztomographie wird am HDZ NRW insbesondere zur Diagnostik kardiologischer, kinderkardiologischer und rhythmologischer Krankheitsbilder eingesetzt. Eine neue Möglichkeit ist die Untersuchung von Patientinnen und Patienten mit MR-kompatiblen elektronischen Implantaten (Schrittmacher, Defibrillatoren). Mit dem neuen MRT-Gerät vom Hersteller Philips Healthcare wird nach Ansicht des HDZ NRW „ein deutlicher Fortschritt im klinischen Einsatz der Magnetresonanztomographie erreicht“. Bei der Auswahl sei besonders die ausgezeichnete Eignung des Gerätes zur Diagnostik von Herzerkrankungen aller Art berücksichtigt worden, heißt es in einer Mitteilung des Herz- und Diabeteszentrums.

Durch den erhöhten Patientenkomfort (große Untersuchungsöffnung), die Möglichkeit über eine Brille einen Videobildschirm zu betrachten sowie eine geringe Geräuschentwicklung wird die Untersuchung für den Patienten wesentlich angenehmer. Techniken der künstlichen Intelligenz unterstützen die schnelle Durchführung der Untersuchung. Weitere Besonderheiten des etwa zwei Tonnen wiegenden neuen Systems, das am 19. Dezember vor dem Haupteingang des HDZ NRW angeliefert und mit Hilfe eines Jumbokrans passgenau an Ort und Stelle im Institut für Radiologie, Nuklearmedizin und molekulare Bildgebung platziert wurde, bestehen in seiner Präzision und Nachhaltigkeit.

„Im Gegensatz zu bisherigen, etwa 900 Kilogramm schwereren Systemen, die zur Kühlung der Magnetspule zwischen 1000 und 2000 Liter flüssiges Helium benötigen, braucht unser neues Gerät nur noch sieben Liter zur Kühlung“, erläutert Institutsdirektor Prof. Wolfgang Burchert. „Das Edelgas Helium zählt zu den immer teurer werdenden natürlichen Ressourcen der Erde. Es ist das einzige Kühlmittel, mit dem sich die für den Betrieb notwendigen niedrigen 2 Temperaturen erreichen lassen.“ Dank einer hermetischen Abdichtung entstehen jetzt allerdings keine Verluste mehr durch Verdampfen. Ein Ablassen von Helium in Notfallsituationen durch ein bisher obligatorisches Quenchrohr ist somit nicht mehr nötig.

Für das hochmoderne MR-System spreche vor allem aber seine enorme Leistungsfähigkeit und der Patientenkomfort, betont Burchert. Dank verbesserter Software und Rechenleistung sind Aufnahmen ohne Atemüberwachungsgurt auch bei nahezu allen Patientinnen und Patienten möglich und stehen etwa doppelt so schnell wie bisher zur Verfügung.