HDZ NRW Spitzenreiter bei Herztransplantationen in Deutschland19. Januar 2023 OP-Saal im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen. Foto: ©HDZ NRW Im letzten Jahr wurden 96 Herzen am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, transplantiert – so viele wie seit 30 Jahren nicht mehr. Doch auch am größten Herztransplantationszentrum Deutschlands müssen Patienten aufgrund des anhaltenden Spendermangels auf ein lebensrettendes Organ warten. Mit 96 Herztransplantationen im vergangenen Jahr und mehr als 2700 transplantierten Herzen seit 1989 ist das HDZ NRW nach wie vor das größte Herztransplantationszentrum in Deutschland. Zehn Jahre nach einer Herztransplantation im HDZ NRW leben heute mehr als 60 Prozent der Patienten mit akzeptabler Lebensqualität, wie es in einer aktuellen Mitteilung des Herz- und Diabeteszentrums heißt. „Zu den Besonderheiten im vergangenen Jahr zählten auch acht Kinderherztransplantationen“, berichtet Prof. Jan Gummert, Ärztlicher Direktor am HDZ NRW und Direktor der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie, in der 88 Erwachsene ein neues Herz erhalten haben. Zu den beeindruckenden Ereignissen am Kinderherzzentrum zählten zwei erstmalige Transplantationen trotz unterschiedlicher Blutgruppe sowie eine sehr seltene Herztransplantation eines wenige Monate alten Kindes, die Prof. Eugen Sandica, Direktor der Kinderherzchirurgie, mit seinem erfahrenen Team durchführte. 358 Herztransplantationen sind im vergangenen Jahr in Deutschland durchgeführt worden. „Doch aktuell warten allein in Bad Oeynhausen mehr als 100 Patientinnen und Patienten auf ein Spenderherz“, sagt Gummert. Deutschlandweit sind es mehr als 700 Menschen, die dringend ein neues Herz benötigen. Dass die Zahl der zur Verfügung stehenden Spenderherzen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sei, ist allerdings nicht auf eine Zunahme der Spendebereitschaft zurückzuführen. „Der prozentuale Anteil der gespendeten Herzen in Deutschland kann variieren. Denn nur etwa ein Drittel der Herzen Verstorbener ist als Spenderorgan geeignet.“ Die Organspendezahlen insgesamt sind rückläufig und durchschnittlich sogar um 6,9 Prozent gesunken. „Es ist nicht hinzunehmen, dass Deutschland nach wie vor auf Spenderorgane aus anderen Ländern angewiesen ist, um schwer herzkranken Menschen die lebensrettende Therapie anbieten zu können“, betont Gummert, der sich in Fachgesellschaften, Medien und bei Entscheidungsträgern für eine erneute Diskussion um die Einführung einer Widerspruchslösung einsetzt, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen. „In 20 anderen europäischen Ländern hat man sich längst dafür ausgesprochen.“ Aber es gebe noch einen weiteren Grund dafür, warum die Transplantationszahlen in anderen Ländern höher sind: „In Ländern wie Österreich, Belgien oder den Niederlanden dürfen auch nach einem Herztod Organe entnommen und transplantiert werden. In Deutschland ist das nur bei einem Hirntod zulässig.“ Das führe in der Praxis zunehmend zu Problemen bei der internationalen Zusammenarbeit bei Eurotransplant. Sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf politischer Ebene sei in Deutschland zu diesem Thema noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.
Mehr erfahren zu: "Diuretikaresistenz bei akuter Herzinsuffizienz: Thiazidtherapie steigert Natriurese stärker" Weiterlesen nach Anmeldung Diuretikaresistenz bei akuter Herzinsuffizienz: Thiazidtherapie steigert Natriurese stärker Bei akuter Herzinsuffizienz mit Diuretikaresistenz kann sowohl eine Intensivierung der Schleifendiuretika als auch die zusätzliche Gabe eines Thiaziddiuretikums die Natriurese verbessern. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Chlorothiazid die Natriurese stärker […]
Mehr erfahren zu: "Waldbrände und Rauchbelastung: Größeres Gesundheitsrisiko als Luftverschmutzung aus anderen Quellen" Waldbrände und Rauchbelastung: Größeres Gesundheitsrisiko als Luftverschmutzung aus anderen Quellen Forschenden zufolge erhöht sich bei einer Exposition gegenüber Rauch aus Waldbränden das Risiko für Krankenhausaufenthalte aufgrund von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Außerdem, so stellten die Forschenden fest, sind die Überlebenschancen von […]
Mehr erfahren zu: "Herzschrittmacher nach TAVI beeinflusst Prognose bei Frauen und Männern unterschiedlich" Herzschrittmacher nach TAVI beeinflusst Prognose bei Frauen und Männern unterschiedlich Nach einer Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) kann aufgrund von Störungen der elektrischen Erregungsleitung des Herzens die Implantation eines Herzschrittmachers notwendig werden. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass dessen Bedeutung für die weitere […]