Healthy Lifestyle Programme gegen Adipositas: Gewünschter Effekt bleibt aus7. Mai 2018 © adrian_ilie825 – fotolia.com Eine in der Schule angesiedelte Intervention, das Healthy Lifestyles Programme (HeLP) über 24 Monate, hat in einer kürzlich veröffentlichten britischen Studie nicht verhindern können, dass ein Teil der untersuchten 9- bis 10-Jährigen übermäßig an Gewicht zunahm. Die Schule sei zwar ein ideales Umfeld für derartige Bevölkerungs-basierte Maßnahmen, resümieren die Studienautoren, jedoch reiche eine Intervention, die ausschließlich in der Schule stattfinde, offenbar nicht aus, um Veränderungen nicht nur in der Schule, sondern auch in der Familie zu bewirken. An der Cluster-randomisierten Studie hatten 32 Schulen im Südwesten Englands teilgenommen. Das 1-jährige HeLP-Pogramm umfasste dynamische und interaktive Aktivitäten wie Sport-Workshops, Lehrstunden mit kleinen Hausaufgaben, Schauspielkurse und Zielsetzungen für eine Verhaltensveränderung mit Unterstützung der Eltern und Einzelgespräche mit HeLP-Koordinatoren. Primärer Endpunkt war die Veränderung des BMI-SDS (Body Mass Index Standard Deviation Score) innerhalb von 24 Monaten. Für die Studie rekrutiert wurden insgesamt 1324 Kinder. Nach Randomisierung führte man in 16 Schulen (676 Kinder) das HeLP-Programm ein, während die übrigen 16 Schulen (648 Kinder) als Kontrollen dienten. In allen Schulen, die an der Studie teilnahmen, wurden die jeweiligen Maßnahmen bis zum Ende durchgeführt. Für 1244 Kinder (628 in der Interventionsgruppe und 616 in der Kontrollgruppe) lagen BMI-Daten sowohl für die Zeit vor der Maßnahme als auch als 2-Jahres-Daten vor und wurden analysiert. In der Interventionsgruppe lag der durchschnittliche BMI-SDS zu Beginn bei 0,32 (Standardabweichung [SD] 1,16) und bei 0,35 (SD 1,25) nach 24 Monaten, in der Kontrollgruppe betrugen die entsprechenden Werte 0,18 (SD 1,14) bzw. 0,22 (SD 1,22). Nach einer Adjustierung (School-Level-Clustering, Baseline-BMI, Geschlecht, Kohorte und Anzahl der 5. Klassen sowie sozioökonimischer Status der Schulen) lag die durchschnittliche Differenz beim BMI-SDS (Intervention-Kontrolle) nach 24 Monaten bei -0,02 (95 %-Konfidenzintervall [KI] zwischen -0,09 und 0,05; p=0,05). Fazit Obwohl Schulen ein idealer Rahmen für bevölkerungsbasierte Interventionen sind, scheinen schulische Interventionen möglicherweise nicht auszureichen, um sowohl das schulische als auch das familiäre Umfeld und somit den Gewichtsstatus von Kindern zu beeinflussen, so das Fazit der Autoren. Autoren: Lloyd J et al. Korrespondenz: Dr. Jenny Lloyd, University of Exeter, South Cloisters, St Luke‘s Campus, Exeter EX1 2LU, Großbritannien; [email protected] Studie: Effectiveness of the Healthy Lifestyles Programme (HeLP) to prevent obesity in UK primary-school children: a cluster randomised controlled trial Quelle: Lancet Child Adolesc Health 2018;2(1):35–45. Web: www.thelancet.com/journals/lanchi