Helicobacter pylori beeinflusst Krebsimmuntherapie

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Forscher der Universität Lausanne, Schweiz, überprüften in einer aktuellen Studie, ob eine Infektion mit Helicobacter pylori die Wirksamkeit von Krebsimmuntherapien dämpft. Die Wissenschaftler verwendeten dafür Mausmodelle, denen ein MC38-Kolonadenokarzinom oder B16-OVA-Melanomzellen eingepflanzt worden waren.

Im Tiermodell untersuchten sie, ob Immuncheckpoint-Inhibitoren oder Immuntherapien auf Impfstoffbasis das Tumorvolumen von Helicobacter-pylori(H.-pylori)-infizierten Mäusen wirksam reduzieren. Auch analysierten sie bei Patienten mit Nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) eine mögliche Assoziation zwischen einer H.-pylori-Seropositivität und der Wirksamkeit einer Blockade des Programmierten-Zelltod(PD)-1-Proteins.

Im Mausmodell waren die Tumorvolumina nichtinfizierter Mäuse, die mit dem Anti-CTLA(Zytotoxischen T-Lymphozyten-assoziierten)-Protein-4 und/oder dem PD-Liganden(PD-L)-1 oder einem Krebsimpfstoff behandelt wurden, deutlich kleiner als die von infizierten Mäusen. Zudem wiesen die Tumore infizierter Mäuse nach einer Krebsimmuntherapie eine deutlich verringerte Anzahl und einen reduzierten Aktivierungsstatus tumorspezifischer CD8+-T-Zellen auf. Zusätzliche In-vitro-Co-Kultur-Assays zeigten, dass Dendritische Zellen infizierter Mäuse eine geringere tumorspezifische CD8+-T-Zell-Proliferation förderten.

Retrospektive klinische Studien zweier unabhängiger NSCLC-Patientenkohorten ergaben zudem folgende Resultate: In der Dijon-Kohorte wurde festgestellt, dass eine H.-pylori-Seropositivität mit einem geringeren Überleben von NSCLC-Patienten unter Anti-PD-1-Therapie verbunden war. Die mediane Überlebenszeit für seropositive H.-pylori-Patienten betrug 6,7 Monate vs. 15,4 Monate für seronegative Patienten (p=0,001). Darüber hinaus wurde in der Montreal-Kohorte festgestellt, dass die H.-pylori-Seropositivität mit einer Verringerung des PFS von NSCLC-Patienten unter Anti-PD-1-Therapie assoziiert war.

Fazit
Damit scheint die Magenmikrobiota das Ansprechen auf Krebsimmuntherapien zu beeinflussen. Die Autoren schlagen daher vor, dass die H.-pylori-Serologie als leistungsfähiges Instrument für personalisierte Krebsimmuntherapien verwendet werden könnte. (je)

Autoren: Oster P et al.
Korrespondenz: Dominique Velin; [email protected]
Studie: Helicobacter pylori infection has a detrimental impact on the efficacy of cancer immunotherapies
Quelle: Gut 2022;71(2):457–466.
Web: https://doi.org/10.1136/gutjnl-2020-323392