Helmholtz International Fellow Award für Claudia Langenberg

Preisträgerin Dr. Claudia Langenberg. Foto: University of Cambridge/MRC Epidemiology
Preisträgerin Dr. Claudia Langenberg. Foto: University of Cambridge/MRC Epidemiology

Als einer von fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird Dr. Claudia Langenberg von der University of Cambridge der diesjährige Helmholtz International Fellow Award verliehen. Neben einem Preisgeld von 20.000 Euro erhält die Ärztin und Epidemiologin eine Einladung zu einem Forschungsaufenthalt am Helmholtz Zentrum München.

„Claudia Langenberg ist eine ausgewiesene Expertin in der Erforschung von kausalen Mechanismen und insbesondere genetischen Faktoren, die zu Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes und anderen metabolischen Erkrankungen führen“, erklärt Dr. Gabi Kastenmüller, kommissarische Leiterin des Instituts für Bioinformatik und Systembiologie. Gemeinsam mit Prof. Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, hatte sie Claudia Langenberg nominiert. „Wir kollaborieren bereits im Rahmen der bislang umfangreichsten Studie zur genetischen Prägung des Stoffwechsels und daraus entstehenden klinischen Konsequenzen. Nun freuen wir uns, diese Zusammenarbeit zu intensivieren und zum gegenseitigen Nutzen zu vertiefen.“ Die Übergabe des Preises in München ist für Mitte November geplant.

Wie der Name schon vermuten lässt, liegen Claudia Langenberg‘s Wurzeln im deutschsprachigen Raum: Geboren in München, studierte und promovierte sie in Medizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und wechselte nach klinischer Tätigkeit für ihren Master und Doktor in Epidemiologie an die London School of Hygiene and Tropical Medicine und University College London. 2016 schloss sie ihre Facharztausbildung in Public Health ab und übernahm 2017 die Programmleitung der Molekularen Epidemiologie an der Medical Research Council‘s Epidemiology Unit der University of Cambridge, wo sie schon zuvor arbeitete und die EPIC-InterAct-Studie mitkoordinierte. Aktuell lebt sie mit ihrem Mann und zwei kleinen Töchtern in London.

„Die Arbeit von Claudia Langenberg konzentriert sich mittlerweile vor allem auf die Integration von „-omics“ Daten zur Erforschung der genetischen Grundlagen von Typ-2-Diabetes – einem unserer thematischen Schwerpunkte am Helmholtz Zentrum München“, sagt Annette Peters. „Genau wie wir arbeitet sie dazu vorwiegend mit sehr großen Datenmengen aus internationalen Bevölkerungsstudien und wir freuen uns die entsprechende Expertise über Ländergrenzen hinweg zusammenzuführen.“

Die Epidemiologin ist insgesamt an mehr als 250 wissenschaftlichen Arbeiten beteiligt, mit Publikationen in hochkarätigen Journalen. Claudia Langenberg spielte eine tragende Rolle für den Aufbau internationaler Konsortien wie MAGIC (Meta-Analysis of Glucose and Insulin related traits Consortium) und COMETS (Consortium of Metabolomics Studies). Sie war Chef-Editorin des Reports ‚Generation Genome‘ des englischen Chief Medical Officers. 2018 etablierte die Regierung des Vereinigten Königreiches einen nationalen Genomik-Rat, dessen Aufgabe die Umsetzung der Empfehlungen des Reports und die Umstrukturierung genomischer Medizin im englischen NHS (National Health Service) beinhaltet.

„Ich bin sehr stolz diesen Preis zu erhalten. Ich betrachte ihn als internationale Anerkennung der Arbeit und des Erfolges des ganzen Teams. Der International Fellow Award ist ein Stimulus, die Kollaboration und Forschung mit unseren wissenschaftlichen Partnern in München noch enger zu verzahnen“, so Preisträgerin Langenberg. „Ich freue mich, im November die Helmholtz Community näher kennenzulernen und München nochmal neu für mich zu entdecken, eine Stadt zu der ich eine ganz besondere Verbundenheit habe.“