Herpes-simplex-Virus-1: Intranasale Infektion kann neurologische Symptome hervorrufen14. März 2025 Symbolbild.©Spectral-Design-stock.adobe.com Forscher der University of Illinois Chicago (UIC), USA, haben herausgefunden, dass eine Herpesinfektion durch die Nase zu Angstzuständen, motorischen Störungen und kognitiven Problemen führen kann. Ihre Studie zeigt zum ersten Mal, dass das Virus durch Ausnutzung eines zellulären Enzyms Verhaltenssymptome hervorrufen kann. Ihre Studie zeige zum ersten Mal, dass das Virus durch Ausnutzung eines zellulären Enzyms Verhaltenssymptome hervorrufen kann. Dies unterstreiche die Notwendigkeit der Vorbeugung und Behandlung eines Virus, das weltweit von Milliarden von Menschen getragen wird, schreibt die Forschergruppe unter der Leitung von Deepak Shukla, dem Marion H. Schenk Esq.-Professor in Ophthalmologie für die Erforschung des alternden Auges und UIC-Professor für Mikrobiologie und Immunologie, in der Fachzeitschrift „mBio“. Schwerwiegende neurologische Folgen Shuklas Labor untersuchte zuvor, wie sich das Virus im Auge und im Gehirn ausbreitet und zu Erblindung, Enzephalitis und anderen Erkrankungen führen kann. Die neue Arbeit befasste sich mit der intranasalen Infektion, bei der Viruspartikel durch die Nase in den Körper gelangen und einen direkteren Zugang zum Nervensystem haben. „Wenn eine infizierte Person das Virus über die Tränen ausscheidet, könnte es in die Nasenhöhle gelangen, wo es direkter ins Gehirn gelangen könnte“, so Shukla. „Ich glaube, dass diese Krankheit unterdiagnostiziert und zu wenig erforscht ist, aber wir glauben, dass die neurologischen Folgen viel schwerwiegender sind als bei Fieberblasen oder Augeninfektionen.“ Im Modell: HSV-1-Infektion führt zu anhaltenden neuronalen Schäden In Tierversuchen beobachteten die Forscher bereits wenige Tage nach einer HSV-1-Infektion ein hohes Maß an Entzündungen und neuronalen Schäden. Mehrere Monate lang – was beim Menschen einem Jahrzehnt entspricht – schnitten die infizierten Tiere bei Tests zur motorischen Koordination und zum Gedächtnis schlechter ab und zeigten im Vergleich zu den Kontrolltieren ein ängstlicheres Verhalten. „Es gibt definitiv Nervenschäden, wenn das Virus den intranasalen Weg nimmt, und die Auswirkungen sind langfristig, was alarmierend ist“, betonte Shukla. Deaktivierung von Heparanase als mögliche Therapieoption Die Forscher untersuchten auch Heparanase, ein zelluläres Enzym, das die Gruppe zuvor im Hinblick auf seine Rolle bei der HSV-1-Reinfektion und die langfristigen Auswirkungen untersucht hatte. Tiere mit einem deaktivierten Gen für Heparanase zeigten nach der Infektion nicht die gleichen neurologischen Defizite wie Kontrolltiere. Dies könnte den Wissenschaftlern zufolge darauf hindeuten, dass das Enzym einen Teil der schädlichen Auswirkungen des Virus im Gehirn vermittelt. „Diese Erkenntnisse öffnen die Tür zu potenziellen therapeutischen Ansätzen, um die Auswirkungen der Neuroinflammation abzuschwächen und langfristige Hirnschäden durch Virusinfektionen zu verhindern“, erklärte Hemant Borase, ein UIC-Postdoktorand und Erstautor der Studie. Das Herpes-simplex-Virus-1 ist weit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass fast zwei Drittel der Weltbevölkerung Träger des Virus sind. „Das Virus reaktiviert sich ein Leben lang, es ist eine lebenslange Infektion“, so Chandrashekhar Patil, Assistenzprofessor am College of Medicine und Mitautor der Studie. „Ich denke also, dass dieses Bewusstsein für die große Bevölkerung, die dieses Virus in sich trägt, sehr wichtig ist.“
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