Herstellerübergreifende Gerätevernetzung im OP22. Februar 2019 © Ded Pixto, fotolia.com Die Vernetzung der vielen in einem modernen Operationssaal verfügbaren softwaregesteuerten Medizingeräte nimmt seit Jahren an Bedeutung zu, weil nur so der klinische Bedarf für mehr Sicherheit, Effizienz und Ergonomie im OP umgesetzt werden kann. Eine Herausforderung ist dabei bislang die Vernetzung von Geräten unterschiedlicher Hersteller miteinander, so das Institut für Informatik OFFIS. Das Institut erklärt, dass das BMBF-Projekt „OR.NET – Sichere dynamische Vernetzung in OP-Saal und Klinik“ (2012-2016) wichtige Grundlagen in der Form eines serviceorientierten Kommunikationsprotokolls für die dynamische, herstellerübergreifende Vernetzung von Medizingeräten gelegt hat, welches inzwischen als Bestandteil der Normenreihe ISO/IEEE 11073 „Service-oriented Device Connectivity“ ein international anerkannter Standard sei. Ein Problem im Einsatz der neuen Normen sei bislang jedoch noch, dass Hersteller die Netzwerkrepräsentation gleichartiger Geräte unterschiedlich modellieren können, was die Integration in ein System vernetzter Medizingeräte ebenso erschwere wie Test und Zulassung vernetzbarer Geräte. Hier setze das im Januar 2019 gestartete, von OFFIS koordinierte und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt „PoCSpec – Modular Specialisations for Point-of-Care Medical Devices“ an: “Das Projekt wird Ergänzungen zur ISO/IEEE 11073-Normenfamilie entwickeln, die für bestimmte Gerätekategorien die Vernetzungsanforderungen, also Umfang, Struktur und Bedeutung der im Netzwerk angebotenen Daten und Services sowie das Verhalten des Gerätes zur Laufzeit genau festlegen, so dass Geräte unterschiedlicher Hersteller über das Netzwerk einheitlich überwacht und angesteuert werden können. Dies soll beispielhaft für zwei besonders komplexe Gerätekategorien umgesetzt werden: Endoskopie und Hochfrequenzchirurgie”, so OFFIS. Um bei der Entwicklung der Normen auf einem möglichst breiten Konsens aufbauen zu können, seien eine Vielzahl von Herstellern aus den Bereichen Endoskopie und Hochfrequenzchirurgie als Partner im Projekt engagiert. “Weitere Hersteller sind eingeladen, sich als assoziierte Partner in das Projekt einzubringen und an der Normentwicklung mitzuwirken”, so das Institut. “Ziel des Projekts ist es letztendlich, ein höheres Niveau und höhere Qualität der Interoperabilität zu erreichen und die Austauschbarkeit von Medizingeräten unterschiedlicher Hersteller im laufenden Betrieb zu ermöglichen.” Dies stärke nachhaltig die internationale Wettbewerbsposition Deutschlands für Medizingeräte. Partner des Projekts sind neben OFFIS die Firmen Aesculap AG, BOWA-electronic GmbH & Co. KG, embeX GmbH, Erbe Elektromedizin GmbH, KARL STORZ SE & Co. KG, Olympus Winter & Ibe GmbH, Open Connections GmbH und steute Technologies GmbH und Co. KG (assoziiert) sowie das Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik (IMD) der Universität Rostock und das Institut für Medizinische Informatik (IMI) der Universität zu Lübeck.
Mehr erfahren zu: "Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen" Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen Jeder sechste Unfall mit E-Scootern steht unter Alkoholverdacht – und junge Männer sind besonders häufig betroffen. Was steckt hinter dem Anstieg der Notfälle in Kiel und Lübeck?
Mehr erfahren zu: "„Gute“ Immunzellen helfen bei der Regeneration von Rückenmarksverletzungen" „Gute“ Immunzellen helfen bei der Regeneration von Rückenmarksverletzungen Ein Forschungsteam hat den Mechanismus entschlüsselt, wie bei Zebrafischen Schäden am Rückenmark vollständig heilen. Bestimmte Immunzellen regulieren die Entzündung herunter, damit die Nervenregeneration ermöglicht wird.
Mehr erfahren zu: "Morbus Sjögren: Präzisionstherapie für Autoimmun-Erkrankung in Sicht" Morbus Sjögren: Präzisionstherapie für Autoimmun-Erkrankung in Sicht Der Entzündungs-Botenstoff Interferon-Alpha kann die Sjögren-Krankheit auslösen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) sowie der Universitäten Bonn, Edinburgh und Newcastle.