Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Typ-2-Diabetikern: Erhöhtes Risiko durch polychlorierte Biphenyle

Polychlorierte Biphenyle wurden in der Vergangenheit beispielsweise als Weichmacher in Lacken verwendet (Foto: © CrispyMedia/stock.adobe.com)

Obwohl auf den Einsatz polychlorierter Biphenyle (PCBs) mittlerweile weitgehend verzichtet wird, sind immer noch Rückstände in der Umwelt zu finden. Sie stehen möglicherweise in Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD).

Es ist jedoch unklar, ob eine PCB-Exposition das zusätzliche Risiko für CVD bei Personen mit Typ-2-Diabetes (T2D) erhöht. Ziel einer aktuellen Studie war es, den Zusammenhang zwischen Serumkonzentrationen von PCBs und dem Auftreten von CVD bei T2D-Fällen zu untersuchen. Serum-PCBs erhöhten in den Ergebnissen unabhängig das Risiko für das Auftreten von CVD bei T2D.

Probanden aus großer chinesischer Kohorte zu chronischen Erkrankungen

Die Studienpopulation entstammte der Dongfeng-Tongji-Kohorte von 2008 und wurde bis zum 31.12.2018 nachverfolgt.

Insgesamt schlossen die Wissenschaftler 2806 Teilnehmer mit T2D ein, 1180 entwickelten während der Nachbeobachtung CVD. Sie verwendeten die Cox-Proportional-Hazards-Modelle und die Quantil-G-Komputation, um die Assoziation zwischen Serum-PCB-Spiegeln und dem Risiko für CVD zu analysieren.

Erhöhtes CVD-Risiko bei steigenden Konzentrationen

Im Vergleich zum ersten Quartil war das Risiko für CVD im vierten Quartil der Serumkonzentrationen von PCB28, PCB52 und PCB101 um 25 Prozent, 30 Prozent beziehungsweise 28 Prozent erhöht.

Ähnliche Ergebnisse erfassten die Forschenden für niedrig chlorierte PCBs (PCB28 + PCB52 + PCB101) mit Hazard Ratios von 1,257 (95 %-KI 1,063–1,486) im dritten Quartil und 1,346 (95 %-KI 1,139–1,589) im vierten Quartil (pTrend = 0,001). Die Quantil-G-Komputation zeigte, dass die gemischte Exposition gegenüber PCBs das Risiko für CVD erhöhte; die drei am stärksten gewichteten PCB-Kongenere waren niedrig chlorierte  PCB28, PCB52 und PCB101.

(hsp/BIERMANN)