Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen Psoriasis-Risiko

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Die Ergebnisse einer Mendelschen Randomisierungs(MR)-Studie deuten darauf hin, dass genetische Prädiktoren für Koronare Herzkrankheit (KHK) und Schlaganfall mit einem erhöhten Psoriasis-Risiko einhergehen. Dabei scheint es keinen wechselseitigen Effekt oder einen Zusammenhang mit anderen immunvermittelten Erkrankungen (IMIDs) zu geben. Erstautor Ravi Ramessur und Kollegen berichten in „JAMA Cardiology“ über diese neuen Erkenntnisse.

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine genetische Assoziationsstudie, bei der die Forscher eine MR einsetzten. Grundlage waren die Daten von rund 3,4 Mio. Menschen (KHK: 181.249 Fälle und 1.165.690 Kontrollen; Schlaganfall: 110.182 Fälle und 1.503.898 Kontrollen; Psoriasis: 36.466 Fälle und 458.078 Kontrollen). Im Rahmen der Studie wurden MR-Analysen mit 2 Stichproben durchgeführt, wobei für jedes Merkmal zusammenfassende Daten aus groß angelegten genomweiten Assoziations-Metaanalysen (GWAS) verwendet wurden.

Die Analyse konzentrierte sich auf Personen europäischer Abstammung aus GWAS-Meta-Analysen, die KHK, Schlaganfall, Psoriasis und 9 andere IMIDs umfassten. Die primären Ergebnisse waren die Assoziationen von genetischen Prädiktoren für KHK und Schlaganfall mit dem Risiko von Psoriasis und 9 anderen IMIDs, die anhand von invers varianzgewichteten (IVW) MR-Schätzungen ermittelt wurden.

Im Gegensatz zu früheren Annahmen stellten Ramessur et al. fest, dass genetische Prädiktoren für Psoriasis keinen Zusammenhang mit KHK oder Schlaganfall aufweisen. Umgekehrt entdeckten sie, dass genetische Prädiktoren sowohl für KHK (MR-Schätzung IVW OR 1,07; 95%-KI 1,04–1,10; p=0,003) als auch für Schlaganfall (IVW OR 1,22; 95%-KI 1,05–1,41; p=0,01) einen risikoerhöhenden Zusammenhang mit Psoriasis zeigen.

Die Anpassung für Schlaganfall führte dazu, dass die Assoziationen von genetisch vorhergesagter KHK mit dem Psoriasis-Risiko nicht signifikant waren (und umgekehrt). Den Studienautoren zufolge deutet das darauf hin, dass ein gemeinsamer Effekt, der dem genetischen Risiko für KHK und Schlaganfall zugrunde liegt, mit einem erhöhten Psoriasis-Risiko verbunden ist. Es wurden keine risikoerhöhenden Assoziationen zwischen genetischen Prädiktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen häufigen IMIDs, einschließlich Rheumatoider Arthritis und Chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen, beobachtet.

Fazit
Die Ergebnisse dieser Mendelschen Randomisierungsstudie deuten darauf hin, dass genetische Prädiktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen mit einem erhöhten Psoriasis-Risiko in Verbindung gebracht werden, ohne dass ein wechselseitiger Effekt oder ein Zusammenhang mit anderen IMIDs besteht. Die Aufklärung der Mechanismen, die diesem Zusammenhang zugrunde liegen, könnte zu neuen therapeutischen Ansätzen für beide Krankheiten führen. (ah)

Autoren: Ramessur R et al.
Korrespondenz: Catherine H. Smith; [email protected]
Studie: Exploring the Link Between Genetic Predictors of Cardiovascular Disease and Psoriasis
Quelle: JAMA Cardiol 2024;9(11):1009–1017.
Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2024.2859