Herz und Lunge im Taschenformat

Markus Stiller, Leitender Kardiotechniker der Universitätsmedizin Halle, mit dem neuen ECLS-System während des ersten Einsatzes im Operationssaal. Foto: ©Universitätsmedizin Halle

Als einer von nur sechs Standorten in ganz Europa wurde die Universitätsmedizin Halle für die Erstanwendung eines neu entwickelten, besonders leichten und damit auch für den mobilen Einsatz optimal geeigneten ECLS-Systems ausgewählt.

Wenn Herz und Lunge versagen, können sie teilweise oder auch komplett mittels ECMO (extracorporal membran oxygenation) oder ECLS (extracorporal life support) ersetzt werden. Mit mehr als 1400 angeschlossenen ECMO- bzw. ECLS-Systemen hat das hallesche ECMO-Team eine große Expertise in der Anwendung – mobil und stationär.

Das neue „Colibri“-ECLS-System der Universitätsmedizin Halle ist mit einem Gesamtgewicht von 8,9 Kilogramm und seiner handlichen Abmessung ein echtes Leichtgewicht. Trotz seiner geringen Größe erfüllt es dank modernster Technologien die höchsten Standards für ein extrakorporales Organersatzverfahren. „Obwohl dieses neue Gerät sehr viel kleiner und vor allem leichter gebaut ist als vergleichbare Alternativen, ist es in der Lage, bei Patientinnen und Patienten die vollständige Herz-Lungen-Funktion auch über einen längeren Zeitraum zu übernehmen“, erklärt Markus Stiller, Leiter der Kardiotechnik der Universitätsmedizin Halle.

Ausgerüstet mit einer magnetischen, schwebend gelagerten Pumpe ist es für den Einsatz bei Erwachsenen und Kindern geeignet, garantiert einen optimalen Blutfluss und hilft, Blutschädigung zu vermeiden. „Und das in jedem Setting – also im Operationssaal, auf der Intensivstation oder eben auch, wenn wir Notfall-Patientinnen und -Patienten bei Verlegungen mit dem Rettungstransportwagen oder der Luftrettung aus Krankenhäusern in der Region zu uns ins Universitätsklinikum Halle begleiten“, so Stiller.

Neben der Herz-Kreislaufunterstützung ermöglicht das neue ECLS-System optional auch eine Ultraschallbildgebung für einen schnellen und sicheren Gefäßzugang im Notfalleinsatz. Während eines Transports ist das Monitoring der Herz-Kreislaufwerte kabellos und über ein mobiles Endgerät möglich. Auf Station können implantierte Patientinnen und Patienten auch ohne die Begleitung aus der Kardiotechnik bewegt werden, weil das handliche Gerät direkt am Bett befestigt wird und so eine effizientere Umsetzung der Klinikabläufe erlaubt.